Elternbefragung zur Gesamtschule CDU und SPD favorisieren Bramsche für IGS

In Bramsche wird eine neue Gesamtschule entstehen, wenn die Eltern dem Vorschlag von Politik und Verwaltung zustimmen. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeIn Bramsche wird eine neue Gesamtschule entstehen, wenn die Eltern dem Vorschlag von Politik und Verwaltung zustimmen. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Osnabrück. In Bramsche wird eine neue Gesamtschule entstehen, wenn die Eltern dem Vorschlag von Politik und Verwaltung zustimmen. Das haben der SPD-Kreisvorsitzende Werner Lager und der CDU-Fraktionsvorsitzende Martin Bäumer unserer Zeitung nach Fraktionssitzungen zu dem Thema bestätigt. Damit gilt als sicher, dass die Eltern im Nordkreis nach einer neuen Integrierten Gesamtschule (IGS) am Standort Bramsche befragt werden.

Lager sieht Bramsche als ideale Wahl, weil eine Gesamtschule in der Tuchmacherstadt auch Teile der Samtgemeinden Neuenkirchen und Bersenbrück abdecke. „Auch die baulichen Voraussetzungen sind mit der neuen IGS am Standort der Realschule Bramsche gegeben“, betonte Lager.

Bäumer ergänzte als Sprecher der CDU/FDP/UWG-Gruppe: „Wir werden den Vorschlag in der Gruppe mittragen.“ Bramsche habe einen Lagevorteil. „Ankum liegt nur wenige Kilometer von der Gesamtschule Fürstenau entfernt. Wenn man aber Eltern erreichen will, die vorher nicht die Möglichkeit hatten, ihre Kinder auf eine Gesamtschule zu schicken, dann ist das in Bramsche gegeben“, sagte Bäumer. Der Bersenbrücker Samtgemeindebürgermeister Horst Baier hatte zuvor Ankum als Gesamtschulstandort ins Spiel gebracht. Weitere Vorteile sieht Bäumer in der Anbindung über die Nordwestbahn. Zudem könnten Hallenbad und Sportstätten mitgenutzt werden.

Auch der Fraktionschef der Grünen, Rainer Kavermann, sieht den Standort Ankum als „nicht sinnvoll“ an, weil die Gesamtschule in Fürstenau dadurch gefährdet würde. Allerdings würde er sich freuen, wenn bei der Elternbefragung neben Bramsche auch Bersenbrück und Wallenhorst als mögliche Standortvarianten einer IGS aufgeführt würden.

Die Bramscher Bürgermeisterin Liesel Höltermann freute sich „außerordentlich“ über das Votum der Parteien: „Wir haben sehr gute Möglichkeiten in Bramsche. Für eine vierzügige Mittelstufen-IGS hat allein schon die Stadt Bramsche ein ausreichendes Schülerpotenzial.“ Zudem könne die Mensa des danebenliegenden Gymnasiums gemeinsam genutzt werden. Höltermann vermutet: „Das wird den Ausschlag für Bramsche gegeben haben.“

Neuenkirchens Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay sagte zu der Entscheidung: „Den Eltern kommt mit der Befragung nun eine sehr hohe Verantwortung zu. Es geht auch um den Standort Neuenkirchen, weil die Oberschule Neuenkirchen einer IGS sehr nahe kommt.“ Allerdings zeigte sie sich auch selbstbewusst: „Ich bin mir sicher, dass Neuenkirchener ihre Kinder nicht auf eine IGS nach Bramsche schicken werden.“ Sie glaubt, dass Neuenkirchener die zweizügige Oberschule mit 250 Schülern schätzen.

Der Bersenbrücker Samtgemeindebürgermeister Horst Baier zeigte sich enttäuscht: „Ich bedauere, dass vor der scheinbar schon getroffenen Entscheidung keine Möglichkeit gegeben war, eine Stellungnahme zum Landkreisvorschlag abzugeben.“ Die Bürgermeister im Nordkreis würden erst am Donnerstag offiziell informiert. Baier hält sich die Option einer eigenen Elternbefragung weiterhin offen.


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