Mit Gütesiegel ausgezeichnet Kitas im Landkreis Osnabrück besser als der Bundesschnitt

Im Kreishaus am Schölerberg in Osnabrück sind jetzt 20 Einrichtungen mit dem Kindergarten-Gütesiegel ausgezeichnet worden. Foto: Uwe LewandowskiIm Kreishaus am Schölerberg in Osnabrück sind jetzt 20 Einrichtungen mit dem Kindergarten-Gütesiegel ausgezeichnet worden. Foto: Uwe Lewandowski

Osnabrück. Zweifel bestehen nicht mehr: Für eine Gesellschaft lohnt es, früh in die Bildung von Kindern zu investieren. Einen weiteren Schritt in diese Richtung hat der Landkreis Osnabrück jetzt gemacht. Er ließ in seinem Beritt 23 Kindertagesstätten (Kitas) in einem Zertifizierungsprozess durchleuchten.

Nach fünf Monaten wurden schließlich 20 der Kitas mit dem Deutschen Kindergarten-Gütesiegel ausgezeichnet. „Die Ergebnisse haben auch uns überrascht“, sagte der Berliner Erziehungswissenschaftler Wolfgang Tietze bei der Übergabe im Kreishaus am Schölerberg. Alle untersuchten Kitas liegen über dem Bundesdurchschnitt, führte der Leiter des Kooperationsinstitut „Pädquis“ aus.

Zur Siegelvergabe – sie gilt für drei Jahre – schauten sich die Prüfer vier Bereiche der Kitas an. Dabei untersuchten sie beispielsweise die Pädagogikkonzepte, die Verhältniszahl von Erziehern und Kindern sowie etwa sprachliche und geistige Anregungen für die Kinder. Ebenso wurden die Eltern mit einbezogen. Die trainierten Beobachter schauten auch den Erziehern einen Vormittag über die Schultern. Und führten sie Interviews mit den Beschäftigten und werteten von Eltern zurück gesandte Fragebögen aus.

Gute Werte erzielten die Kitas, wenn es um die sprachliche und geistige Förderung der Kinder, die Aktivitäten sowie die Interaktion mit ihnen ging. Leicht moniert wurden geringere Durchschnittswerte in den Bereichen Hygiene, Musik und Bewegung.

Ergbnisse motivieren

In den beteiligten Kitas kam die Evaluationsstudie „Pädagogische Qualität in Kindertageseinrichtungen im Landkreis Osnabrück“ gut an. Die wohlwollende Vorstellung unserer Ergebnisse motiviere, meinte etwa Sabine Stein, Leiterin der Kita und des Familienzentrums Hesepe. Gewünscht hätte man sich lediglich eine zusätzlich genauere Untersuchung der jeweils unterschiedlichen Sozialräume, lautete eine andere Stimme.

Für die Studie und Zertifizierung mit dem Deutschen Kindergarten Gütesiegel hatte der Landkreis Osnabrück rund 109000 Euro zur Verfügung gestellt. In seinem Verwaltungsbereich gibt es insgesamt 146 Kindertagesstätten. Bis auf die jetzt untersuchten 23 Kitas sind sie – je nach Träger – schon dabei, verschiedene Qualifikationsmanagementsysteme zu verwirklichen.

Über die Studie hinaus macht die Kreisverwaltung den bislang beteiligten 23 Kitas das Angebot, sich einem sogenannten Qualitätsentwicklungsprozess zu stellen. Dabei sollen anhand klarer Kriterien und Techniken Trainings in den jeweiligen Häusern zur Verbesserung pädagogischer Prozesse stattfinden. Die Übungen würden auch wieder vom Institut des Berliner Erziehungswissenschaftler Wolfgang Tietze moderiert. „Dieses Qualitätsmanagement muss von der Leitung her erfolgen und kann nur mit mehr Zeit geschehen“, sagte er an die Träger der Kitas gewandt.


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