Osnabrück: Bunter Aktionstag Botanischer Garten feiert 30-jähriges Jubiläum

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Osnabrück. Fest verwurzelt auf dem Westerberg ist seit mittlerweile drei Jahrzehnten der Botanische Garten der Universität. Mit einem bunten Fest und zahlreichen Programmpunkten wurde dieses Jubiläum am überwiegend sonnigen Sonntag ausgiebig gefeiert.

Ein Garten für die wissenschaftliche Forschung, der zugleich den Bürgern als grüner Erholungsraum dienen soll, schwebte dem Ökologie-Professor Helmuth Lieth zu Beginn der Achtzigerjahre vor. Als einer der jüngsten von rund 90 Botanischen Gärten in Deutschland wird die Freiluft-Einrichtung des Fachbereichs Biologie und Chemie dieser Vision heute mehr denn je gerecht. Auf dem gut acht Hektar großen Gelände zweier ehemaliger Kalksteinbrüche ist eine Gartenlandschaft entstanden, die in sechs geografische und drei thematische Schwerpunkte unterteilt ist. So können die jährlich etwa 65000 Besucher die Pflanzenwelten Nordamerikas, Asiens, des europäischen Hochgebirgsraumes und Schluchtenwaldes, des als Schwäbische Alb bekannten süddeutschen Jura sowie des Mittelmeergebietes ebenso erkunden wie Farne, Duft- und Heilpflanzen, Heidekrautgewächse oder Reliktpflanzen aus dem Tertiär.

Seit 1998 bereichert das in die Steinbruchkante integrierte, 600 Quadratmeter große und 21 Meter hohe Amazonas-Tieflandregenwaldhaus mit mehr als 800 tropischen Pflanzen aus Zentral- und Südamerika die Artenvielfalt. Vor drei Jahren wurde zudem mit dem Bau eines Tunnels der zweite Steinbruch angeschlossen, in dem sich stadtnah, aber in einem geschützten Naturraum heimische Pflanzen- und auch Tierarten wie etwa Fledermäuse erleben lassen. Die enorme „Biodiversität unserer Erde zu erforschen, zu erhalten und der Bevölkerung zu vermitteln“, fasste Direktorin Sabine Zachgo die drei zentralen Anliegen des Botanischen Gartens zusammen.

Am Jubiläumstag konnten die zahlreichen interessierten Besucher nicht nur Einblicke in den Betriebshof und die Gewächs- und Sammlungshäuser gewinnen. Sondern im botanischen „Haarstudio“ auch Pflanzen unter dem Binokular und Mikroskop inspizieren und aus dem Pflanzenmarkt Überschüssiges aus der Pflanzenvermehrung sogar ausnahmsweise mit nach Hause nehmen. Eine Poster-Ausstellung über Forschungsmethoden und -aktivitäten, Aquarelle der Gruppe „Queerbeet“, Informationsstände unter anderem zum Wildpflanzenschutz, zur Bionik, zur Imkerei und zum Bierbrauen sowie ein attraktives Kinderprogramm inklusive globaler Garten-Rallye, Pflanzentopfen, Stockbrot backen und Nistkästen basteln gehörten ebenso zum Programm wie fachkundige Führungen zu Themen wie Blütenökologie, Nutzpflanzenvielfalt oder tierfangende „Fallensteller im Pflanzenreich“.

So international wie die Pflanzenwelt im Botanischen Garten war an seinem runden Geburtstag auch das musikalische Rahmenprogramm im Atrium. Neben dem Kinderchor der Städtischen Bühnen und dem Osnabrücker a-capella Damensolo sorgten amerikanischer Gospel der St. Annen Sisters, schottische Dudelsack-Klänge und japanisches Taiko-Trommeln der Formation „Hoshidaiko“ für abwechslungsreiche Unterhaltung zu Ehren eines „kostbaren botanischen Kleinods, das in der Fachwelt große Anerkennung genießt“, wie Universitätspräsident Wolfgang Lücke betonte. Und nicht zuletzt auch der Bevölkerung als ebenso lehrreiche wie erholsame grüne Oase zur Verfügung steht, möchte man ergänzen.


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