Stammzellspender gesucht Martje will endlich wieder gesund werden

Tilda ist ganz tapfer und erträgt sogar Spritzen: Wenn Martje mit ihrer Lieblingspuppe spielt, ist sie die Ärztin. Foto: Elvira PartonTilda ist ganz tapfer und erträgt sogar Spritzen: Wenn Martje mit ihrer Lieblingspuppe spielt, ist sie die Ärztin. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. „Du bist aber tapfer!“ Das bekommt Tilda in diesen Tagen häufiger zu hören. Tilda ist die Lieblingspuppe von Martje, und von ihr wird sie jetzt mit Spritzen, Verbänden und Kanülen verarztet. „Dein Blut ist nicht gut“, sagt Martje. Dabei geht es um ihr Blut. Die Sechsjährige braucht dringend einen Stammzellspender. Am Samstag findet in der Heinrich-Schüren-Schule die Typisierungsaktion für sie statt.

Im März wurde bei Martje eine lebensbedrohliche Störung des blutbildenden Systems diagnostiziert. Seitdem ist Familie Bloem mit ihren drei Kindern im Ausnahmezustand. Die Koffer sind immer gepackt: Alle zwei Tage muss die kleine Patientin zur Uni-Klinik nach Münster, manchmal auch über Nacht. Dann bleiben Mama oder Papa bei ihr, aber zu Hause müssen auch Mats (9) und Beeke (4) versorgt werden.

Martje ist trotz ihrer Krankheit ein fröhliches Kind geblieben, aber ihre Kräfte haben schon nachgelassen. Und ihr sinkender Leukozytenwert macht sie anfällig für Infekte und Krankheiten aller Art. Verabredungen mit anderen Kindern können da zur Gefahr werden, und auch die Geschwister könnten Krankheitserreger mitbringen. Im Zweifel müssen auch Familienmitglieder Mundschutz tragen, so wie die Ärzte und Schwestern in der Klinik.

Obst und Tomaten darf Martje nur noch geschält essen, Eis nur, wenn es aus einer sterilen Verpackung kommt. Ein ganzes Arsenal von Medikamenten muss der kleinen Patientin verabreicht werden, und einmal am Tag kommt eine Ärztin, um ihr eine Spritze zu geben. Unter Martjes Haut haben die Klinikärzte Plastikschläuche verlegt, die aus einem Beutel gespeist werden, den sie immer bei sich trägt. So schwindet ihre Bewegungsfreiheit Stück für Stück, und zugleich wächst das Risiko einer Infektion – wegen des gestörten Immunsystems eine tödliche Gefahr. Schon deshalb sind die Eltern ständig auf der Hut.

Ihre ganze Hoffnung setzen sie darauf, dass die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) einen Stammzellspender für Martje findet. Aber auch wenn das gelingt, hat die Familie noch einen beschwerlichen Weg vor sich. Und keiner weiß die Antwort auf die Frage, die von der vierjährigen Beeke immer wieder gestellt wird: „Wann wird Martje endlich gesund?“

Da tut es schon gut, dass es viele gute Seelen gibt, die ihre Hilfe anbieten. Nachbarn und Freunde haben die Hilfsaktion auf die Beine gestellt, um potenzielle Stammzellspender für die DKMS zu gewinnen. Mehr als 65000 Euro sind inzwischen eingegangen, und es wird weiter gesammelt, weil das für die Erfassung aller Spender wohl noch nicht reichen wird.

Blut für Martje

Die Typisierungsaktion der DKMS für Martje findet am Samstag von 11 bis 16 Uhr in der Heinrich-Schüren-Schule an der Sedanstraße 33 statt. Dabei wird eine geringe Menge Blut abgenommen. Das Spendenkonto für die Typisierung bei der Sparkasse Osnabrück hat folgende Kennung: IBAN DE5726 5501 0515 5125 1489, BIC NOLADE22XXX.

Jeder Spender erhält von der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) eine kostenlose Bus-Tageskarte, die am Samstag gültig ist. Die Feuerwehren veranstalten Aktionen auf dem Schulhof.


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