Diözese Osnabrück Caritas verstärkt Zusammenarbeit mit Polen

Von Sandra Dorn

Begrüßung durch den Direktor des Polnischen Caritasverbandes, Prälat Marian Subocz in Osnabrücks Partnerlandkreis Olsztyn: (von links) Franz Loth, Diözesan-Caritasdirektor, Prälat Marian Subocz, Conrad Tönsing, Geschäftsbereichsleitung Suchtprävention und Rehabilitation, Pawel Zieba, Caritasdirektor Olsztyns.Foto: CaritasBegrüßung durch den Direktor des Polnischen Caritasverbandes, Prälat Marian Subocz in Osnabrücks Partnerlandkreis Olsztyn: (von links) Franz Loth, Diözesan-Caritasdirektor, Prälat Marian Subocz, Conrad Tönsing, Geschäftsbereichsleitung Suchtprävention und Rehabilitation, Pawel Zieba, Caritasdirektor Olsztyns.Foto: Caritas

Osnabrück/Olsztyn. Nicht nur Deutschland quält sich mit dem Fachkräftemangel in der Pflege älterer Menschen. Auch im Nachbarland Polen sieht es nicht rosig aus. Um sich besser auszutauschen, will die Osnabrücker Caritas ab kommendem Jahr einen Freiwilligendienst für junge Menschen im polnischen Partnerlandkreis Olsztyn (Allenstein) anbieten. Das ist das Ergebnis der Reise einer Delegation aus Osnabrück nach Olsztyn.

„Es ist uns wichtig, dass Jugendliche in beiden Regionen die Möglichkeit haben, sich zu begegnen, interkulturelle Kompetenzen aufzubauen und die Arbeit der Caritas auf deutscher und polnischer Seite zu erleben“, sagte Günter Sandfort, stellvertretender Caritasdirektor für die Diözese Osnabrück. Die Partnerschaft zwischen den Caritasverbänden Osnabrück und Olsztyn besteht seit 15 Jahren.

Bei verschieden Arbeitstreffen in Olsztyn tauschten sich die polnischen und deutschen Caritas-Mitarbeiter auch über den Bereich der Altenhilfe und Altenpflege aus. Die meisten alten Menschen würden in Polen zwar zu Hause gepflegt – doch auch dort verschärft sich das Problem des Fachkräftemangels.

Will denn nun die Caritas Osnabrück im Zuge der verstärkten Zusammenarbeit polnischen Fachkräfte aus dem Nachbarland zusätzlich abwerben? „Wir sehen die Kooperation eher darin, dass wir sagen, wir wollen einen fachlichen Austausch. Es ist nicht unser Ziel, Personal abzuwerben“, betont Günter Sandfort. Für seine Organisation sei beispielsweise interessant, wie die Pflege im polnischen Partnerlandkreis aufgebaut ist. „Die Menschen arbeiten hier stärker in multiprofessionellen Teams zusammen“, erläutert Sandfort, sprich aus Teams bestehend aus Pflegern, Ärzten, Physiotherapeuten und anderen. Auch in anderen Fachgebieten funktioniere der Austausch zwischen den beiden Caritasverbänden sehr gut, etwa in der Suchthilfe. „Die gesamte Wohlfahrtspflege ist in Polen ganz anders organisiert als bei uns“, sagt Sandfort: vorwiegend staatlich organisiert in Polen, angewiesen auf Wohlfahrtsverbände in Deutschland.

Doch der Fachkräftemangel werde in auch Polen zunehmen zum Problem. „Eine Lehrerin verdient hier in Polen oft nur 500 bis 600 Euro. In Deutschland bekommt sie sogar als Haushaltshilfe, erst recht als Pflegefachkraft deutlich mehr Geld.“ Circa 100 000 polnische Kräfte würden in der Pflege in Deutschland eingesetzt, nennt Sandfort eine Schätzung. Doch viel größer ist der Anteil von meist legal oder illegal als Haushaltshilfe angestellten Kräften aus den übrigen Ländern Osteuropas – und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in Polen. „Im Prinzip ist die Pflege in Europa ein großer Verschiebebahnhof“, kritisiert Sandfort.

Der ambulanten Dienst der Caritas spiele bei der Betreuung älterer Menschen zu Hause eine große Rolle im polnischen Partnerlandkreis Olsztyn. Als Zeichen der praktischen Unterstützung überreichte Caritasdirektor Franz Loth deshalb nach einem gemeinsamen Gottesdienst dem Caritasdirektor Olsztyns, Pawel Zieba, ein Beatmungsgerät im Wert von 8000 Euro. Es werde laut Caritas vor Ort dringend im ambulanten Dienst benötigt.