zuletzt aktualisiert vor

Polizei zieht wieder ab Osnabrücker verhindern erneut eine Abschiebung

Von Nils Stockmann

Am frühen Morgen fanden sich Unterstützer am Asylbewerberheim ein, um die Abschiebung zu verhindern. Foto: Michael GründelAm frühen Morgen fanden sich Unterstützer am Asylbewerberheim ein, um die Abschiebung zu verhindern. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Eine für den frühen Dienstagmorgen geplante Abschiebung aus dem Asylbewerberheim An der Petersburg ist nicht durchgeführt worden. Mehr als 60 Demonstranten hatten sich zuvor versammelt, um sich der Polizei in den Weg zu stellen.

Die prüfte die Lage und entschied, nichts zu unternehmen.

Um sechs Uhr wollten Einsatzkräfte der Polizei gemeinsam mit Beamten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge anrücken, um einen pakistanischen Staatsbürger nach Ungarn abzuschieben. Ungarn ist laut Dubliner Übereinkommen zuständig für den jungen Mann, der dort EU-Boden betreten hatte und dort registriert ist.

„Die Asylbedingungen sind mit denen hier in Deutschland jedoch nicht zu vergleichen“, betonte Kathrin Heinen, die mit Mitstreitern den Protest vor der Flüchtlingsunterkunft organisiert hatte. Asylbewerberheime beispielsweise gebe es in Ungarn nicht, stattdessen könnten Flüchtlinge dort bis zu neun Monate in Haft gehalten werden.

Um dem jungen Pakistani dieses Schicksal zu ersparen, hatten sich in aller Frühe mehr als 60 Demonstranten verschiedener Gruppen unter der Koordination von Kathrin Heinen vor dem Asylbewerberheim versammelt. Doch es passierte nichts. Es ist das dritte Mal, dass sich in Osnabrück Demonstranten einer Abschiebung erfolgreich in den Weg stellten.

Während um kurz nach 6 Uhr noch jeder vorbeifahrende Wagen kritisch beäugt wurde, wich die Anspannung nach einer halben Stunde des Wartens einer gemütlichen Gelassenheit. Spontan kochten die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft Tee für die Wartenden. Die Polizei habe die Lage sondiert und dann entschieden, die Abschiebung nicht durchzuführen, sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag.

Erleichtert äußerte sich der pakistanische Asylbewerber, der den Demonstranten für ihr Engagement dankte und zu einem bescheidenen, aber herzlichen Frühstück in das Asylbewerberheim einlud – wohl wissend, dass er an diesem Morgen keineswegs Sicherheit gewonnen hatte. Vor zwei Wochen war seine Abschiebung auch dran gescheitert, dass die Papiere zu spät zugestellt worden waren.

Bereits vor knapp vier Wochen hatten Demonstranten vor dem Asylbewerberheim An der Petersburg die Abschiebung eines Flüchtlings aus Somalia vorläufig verhindert.


2 Kommentare