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Gartenarbeit lohnt sich doppelt Schüler helfen Senioren in Osnabrück und Afrika

<em>Schüler und Lehrer</em> unterstützen durch das Projekt „Schüler helfen Senioren“ die Aktion „Jede Oma zählt“ von Helpage Deutschland. Foto: Uwe LewandowskiSchüler und Lehrer unterstützen durch das Projekt „Schüler helfen Senioren“ die Aktion „Jede Oma zählt“ von Helpage Deutschland. Foto: Uwe Lewandowski

Osnabrück. Oliver (16) hat einen Tag in einem Altersheim verbracht und mit den Bewohnern gegessen und geredet. Svea (16) hat ihren Großeltern im Garten und im Haushalt geholfen. Leonie (15) hat mit fünf anderen Jugendlichen im Seniorenzentrum Paulusheim musiziert. Schüler des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums, der Gesamtschule Schinkel und des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums nahmen am Projekt „Schüler helfen Senioren“ von Helpage teil. Sie unterstützen damit alte Menschen in ihrem Umfeld und Großmütter in Afrika, die sich um Aids-Waisen kümmern.

„Wir möchten die Großmütter in Afrika mit Geld unterstützen und die Senioren in Osnabrück, weil viele von ihnen ihren Haushalt nicht mehr allein schaffen können“, sagte Leonie vom Graf-Stauffenberg-Gymnasium. Für ihre Dienste bekommen die Schüler Geld, das sie für die Aktion „Jede Oma zählt“ spenden.

Insgesamt acht Schulen aus dem Großraum Osnabrück nahmen an dem Projekt teil. Julia Koster von Helpage Deutschland erzählte den Jugendlichen, welche Aufgaben die Großmütter in Afrika auf sich nehmen. Die Eltern der Kinder, um die sie sich kümmern, sind an Aids gestorben. Nun sind sie Waisen. Wenn sich die alten Frauen nicht um sie kümmern würden, würde es niemand tun. „Für mich war beeindruckend, welche große Belastung die Großmütter auf sich nehmen“, sagte Svea (16). Das sei für sie ein „Extra-Ansporn“ gewesen, um ihren Großeltern im Garten und im Haushalt zu helfen.

In Tansania haben nach Angaben von Helpage etwa eine Million Kinder einen Elternteil durch Aids verloren. Zwei Drittel von ihnen leben bei ihren Großeltern, zumeist bei den Großmüttern. Im vergangenen Jahr kamen durch das Projekt 10000 Euro zusammen. Damit konnten laut Julia Koster 850 Großmütter in Tansania unterstützt werden. Sie erhalten eine monatliche Rente von fünf Euro. Das Geld wird verwendet, um Essen zu kaufen, um Kinder zur Schule zu schicken, damit sie nicht auf dem Feld arbeiten müssen, oder um Kleidung anzuschaffen.

Am Donnerstag gab es weitere Aktionen des Projekts „Schüler helfen Senioren“. So weihten Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums Senioren im Computerraum der Schule in die Geheimnisse der elektronischen Datenverarbeitung ein. Die Orchesterklasse der Gesamtschule Schinkel musizierte im Paulusheim.

Dass sich die Bewohner dort über die Musik freuen, wusste Leonie aus eigener Erfahrung. Lächelnd berichtete sie, dass sie und ihre Mitstreiter das Lied „Kein schöner Land“ gespielt haben. „Alle konnten es mitsingen.“ Für ihre Musik erhielten die Schüler des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums Geld, das ebenfalls in das Projekt „Jede Oma zählt“ fließt.


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