Ihr regionaler Immobilienmarkt

Immobilien-Atlas für Häuser Bad Rothenfelde: Spitzenreiter im Landkreis Osnabrück

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Investitionen wie in die Wellnesstherme Carpesol haben laut Bürgermeister Klaus Rehkämper dazu geführt, dass die Immobilien in Bad Rothenfelde die teuersten im Landkreis sind. Foto: Gert WestdörpInvestitionen wie in die Wellnesstherme Carpesol haben laut Bürgermeister Klaus Rehkämper dazu geführt, dass die Immobilien in Bad Rothenfelde die teuersten im Landkreis sind. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Der Immobilien-Atlas dieser Zeitung zeigt, dass Bad Rothenfelde den Immobilienmarkt im Landkreis dominiert. Mit durchschnittlich 236.000 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser war der Kurort im vergangenen Jahr Spitzenreiter im Landkreis. An den durchschnittlichen Kaufpreis in der Stadt Osnabrück mit rund 321000 Euro kam allerdings auch Bad Rothenfelde nicht heran. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2014 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte (GAG) hervor, der jeden Kaufvertrag erfasst.

Markus Pörtner kommentiert den Immobilien-Atlas als GAG-Ausschussmitglied und Leiter der Sparkassen-Immobilienvermittlung: „Bad Rothenfelde ist das ‚Bad’ im Landkreis Osnabrück.“ Einen Anstieg der Preise von 2010 zu 2013 um sogar 70 Prozent kann sich Pörtner aber nur dadurch erklären, dass im vergangenen Jahr größere Objekte verkauft wurden und als 2010. Die 20 im vergangenen Jahr verkauften Häuser wurden durchschnittlich 1963 gebaut, die 2010 verkauften Häuser hatten das mittlere Baujahr 1950. Ein weiterer Faktor für diese immense Steigerung um mehr als zwei Drittel des Kaufpreises könnte also der schlechtere Zustand der 2010 verkauften Häuser sein. Generell begründet Pörtner aber die große Beliebtheit des Kurorts im Städtedreieck Bielefeld, Münster und Osnabrück: „Bad Rothenfelde verfügt bedingt durch die Vielzahl von Kliniken über eine gute Kaufkraft, eine hohe Zentralität und eine gute touristische Ausrichtung.“

Der Bad Rothenfelder Bürgermeister Klaus Rehkämper ergänzt: „Diese Beliebtheit ist auch ein Ergebnis der Investitionen in qualitativ hochwertige Freizeitinfrastruktur.“ In einem größeren Baugebiet sei gerade erst das letzte von 86 Grundstücken verkauft worden. „Doch wir wollen gar kein mondäner Kurort sein und hoffen, dass sich im Neubaugebiet an der Lindenallee auch junge Familien niederlassen.“

Für Bad Iburg mit einer Steigerung von 19 Prozent zu 2010 prognostiziert Pörtner weiterhin eine gute Entwicklung: „Bad Iburg könnte durch die Ausrichtung der Landesgartenschau 2018 nachziehen.“ Auch Bad Essen habe von der Landesgartenschau 2010 profitiert, was die Steigerung der Kaufpreise um 24 Prozent auf 173000 Euro belege. „Bad Essen kombiniert modernes Wohnen an der Marina mit historischem Ortskern und sehr guter Nah- und Schulversorgung“, erklärt Pörtner.

Die guten Werte für die Osnabrücker Umlandgemeinden Belm, Wallenhorst, Bissendorf, Georgsmarienhütte, Hasbergen und Lotte kommentiert der Immobilienexperte: „Die Zentren der Speckgürtel-Kommunen sind bedingt dadurch sehr beliebt, weil in diesen Lagen häufig beide wichtigen Kaufkriterien erfüllt werden.“ Einerseits seien alle Dinge des täglichen Lebens sehr gut erreichbar und andererseits sei ein gewisses Maß an ländlicher Beschaulichkeit vorhanden. In den Zentren gebe es überwiegend auch weiterführende Schulformen und außerdem eine gute Erreichbarkeit von Osnabrück auch mit Bus und Bahn. Außerdem seien die Preise im Speckgürtel im Vergleich zur Stadt Osnabrück attraktiv.

Wallenhorst mit durchschnittlich 218000 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser bilde das nördliche Gegenstück zu den starken im Süden angrenzenden Städten und Gemeinden. „Dieser Ort ist bei jungen Familien sehr beliebt“, weiß Pörtner. In den letzten Jahren seien dort in drei Baugebieten rund 100 Bauplätze verkauft worden. Dabei hätten sogar mehr Bewerber als Bauplätze vorgelegen. Ähnliches gelte für Georgsmarienhütte.

Für den Nordkreis gelte der Grundsatz: „Je weiter man sich von Osnabrück entfernt, desto geringer wird das Preisniveau.“ Im Süden sei das anders, weil rund 25 Kilometer hinter Osnabrück bereits das Einzugsgebiet von Münster beginne.

Der Immobilienexperte der Oldenburgischen Landesbank für den Nordkreis, Torsten Thorwart, fügt hinzu, dass dort die Kaufkraft aufgrund der ländlichen Struktur geringer sei. Oft sei eine Finanzierung für Häuser über 140000 Euro nicht möglich. Das schlägt sich in den Preisen für Ein- und Zweifamilienhäuser zwischen 116000 Euro in Badbergen und 157000 Euro in der Samtgemeinde Bersenbrück nieder.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN