Für guten Zweck an der Kasse Alexander Klaws als Schuhverkäufer in Osnabrück


Osnabrück. Chaos an der Kasse: Wer schon immer einmal wissen wollte, was passiert, wenn in einem Schuhgeschäft plötzlich ein Promi kassiert, ist am frühen Mittwochnachmittag voll auf seine Kosten gekommen. Alexander Klaws, bekannt als Sänger und Schauspieler und zuletzt Sieger der RTL-Show „Let’s Dance“, gab in der Reno-Filiale an der Großen Straße ein kurzes Gastspiel als Verkäufer.

Ein junges, vorwiegend weibliches Publikum wollte sich die Chance auf eine kurze Begegnung nicht entgehen lassen, entsprechend dicht war das Gedränge am Verkaufstresen. Hintergrund der Aktion ist Klaws’ Engagement für die Spendenaktion „Deutschland rundet auf“. Punkt 13.30 Uhr betrat Klaws den Laden und eilte in Richtung der Kassen. Dort hatte sich bereits ein dichtes Gedränge gebildet. Seine Prominenz verdankt Klaws nicht unwesentlich der Tatsache, Sieger der ersten „Deutschland sucht den Superstar“-Staffel zu sein. Seitdem trat er außerdem erfolgreich als Musiker und Musical-Darsteller in Erscheinung.

Dass er in Osnabrück für eine Stunde in die ungewohnte Rolle des Kassierers schlüpfte, verdankten die Fans seinem Engagement für die Stiftung „Deutschland rundet auf“. Die bereits seit zwei Jahren bestehende Wohltätigkeitsorganisation hat sich dem Kampf gegen Kinderarmut verschrieben und bläst derzeit zur „Woche des Aufrundens“: 40 Prominente werden noch bis Freitag deutschlandweit für eine Stunde ihr Gesicht und ihre Arbeitskraft der Stiftung zur Verfügung stellen.

„Wir sind für unsere Kinder und deren Wohl verantwortlich“, begründete Klaws eingangs sein Engagement. Das Aufrunden sei eine „super Sache“, die auch ohne große Beträge wirkungsvolle Hilfe leiste: Wer beispielsweise Schuhe kaufe, könne die paar Cent bis zum nächsten Zehner-Betrag hinter dem Komma verschmerzen und so effektiv helfen, erläuterte Klaws exemplarisch das Prinzip der Aktion. „So sind immerhin bislang 2,5 Millionen Euro zusammengekommen.“

Allerdings: Nicht alle seine Fans waren gekommen, um auch etwas zu kaufen. Viele hofften einfach auf ein Autogramm und vielleicht einen kurzen Wortwechsel mit dem Musical-Star, der ab 21. Juni auf der Freilichtbühne im benachbarten Tecklenburg die Titelrolle in Andrew Lloyd Webbers Musical „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ singen wird. Sie habe schon zwei Stunden gewartet, erzählte eine Jugendliche Klaws, erhielt dessen Unterschrift und verschwand.

„Wir hoffen natürlich, dass aus der Promi-Aktion am Ende der Woche auch ein großer Betrag resultiert“, erklärte Nina Jäcker, Geschäftsführerin der Stiftung, am Rande des Trubels. „Allerdings geht es uns primär darum, durch bekannte Gesichter auch den Bekanntheitsgrad unserer Arbeit zu steigern.“ Unterstützt werden Einrichtungen, die besonders nachhaltige Projekte gegen Kinderarmut initiieren.

Hinter der Stiftung stecken verschiedene Handelsketten mit insgesamt 30000 Filialen – eine davon die Reno-Niederlassung in der Osnabrücker Innenstadt. Dort quittierte Klaws nach zahllosen Autogrammen und einer Stunde Arbeit seinen Kassierer-Job. Die Höhe des Spendenaufkommens blieb zunächst unklar: Zahlen sollen erst nach dem Abschluss der „Woche des Aufrundens“ bekannt gegeben werden.


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