4323 Euro pro Quadratmeter Wohnungen im Osnabrücker Busdepot zu Luxuspreisen


Osnabrück. Die Preise für Immobilien im ehemaligen Busdepot steigen rasant. Im vergangenen Jahr sorgte der Verkauf des Penthouse im Stadtpalais am Kirchenkamp für 4000 Euro pro Quadratmeter für Aufsehen. Jetzt stehen die Wohnungen auf dem dahinterliegenden Gelände zum Verkauf und sind teilweise noch teurer.

Bis Dienstag dieser Woche wurde das Penthouse am Baltrumweg 2 auf einem Immobilienportal noch für 4750 Euro pro Quadratmeter angeboten. Dann wurde der Preis reduziert, sodass der Quadratmeterpreis noch bei 4323 Euro liegt. Immobilienmakler kritisieren diese Luxuspreise, die sonst eher in den exklusiven Lagen von Münster erzielt werden.

Der Bauherr Ralf Bohn erklärt den Rabatt: „Der Bau ist nicht ganz so teuer geworden wie erwartet. Der alte Preis stammte noch aus der Planungsphase. Jetzt ist der Bau fertig, und wir geben den gesunkenen Baupreis weiter.“ Dennoch sind auch die nun statt 875000 Euro aufgerufenen 799990 Euro für 185 Quadratmeter Wohnfläche immer noch stattlich. Die Bauherren Bohn und Udo Knüppe sprechen von einer „Qualität und Lage, die es so noch nicht gebe“. In dem gesamten Quartier seien nur noch drei Penthouse-Wohnungen zu verkaufen.

Der Architekt Joachim Kummer und Immobilienmakler Wilhelm Rohde berichten, dass das Penthouse eines der anderen Häuser im Baltrumweg auf dem gleichen Preisniveau verkauft worden sei, obwohl es noch gar nicht fertiggestellt wurde. Bauherr Knüppe rechtfertigt den hohen Preis: „Das Penthouse hat eine 64 Quadratmeter große Terrasse in Südwestlage. Es gibt einen Fahrstuhl, der aus der Tiefgarage direkt in die Wohnung führt und es ist ein dreifach verglastes und sehr gut gedämmtes Kfw-55-Energiesparhaus.“ Der Unterschied zum einen Steinwurf entfernten Stadtpalais sei, dass das ab August bezugsfertige Penthouse hier Südwestlage habe und nicht Nordlage. Zudem bestehe sein Haus aus fünf Wohnungen und nicht aus 18 wie das Stadtpalais.

Der Immobilienmakler Marc-André Lasarz von Engel und Völkers, der seit diesem Jahr auch die Wohnungen im Stadtpalais vermarktet, sagt: „Man hat sich dort am Stadtpalais orientiert. Die geforderten Preise für eine Eigentumswohnung übersteigen aber noch den Preis für eine Wohnung im Stadtpalais um rund 400 Euro pro Quadratmeter. Das ist nicht zu erzielen, weil die Bebauung zu dicht ist, weil ich nicht dieselbe Aussicht habe wie im viel höher gelegenen Stadtpalais-Penthouse und weil es dort keine 2,80 Meter hohen Decken gibt.“ Am wichtigsten sei jedoch der Blick. Und dieser sei in der zweiten Etage an der Ecke Augustenburger Straße/Baltrumweg definitiv schlechter als in einem Penthouse, das in der vierten Etage des Stadtpalais liegt. „Zu einem Penthouse gehört für mich mehr dazu“, resümiert Lasarz und ergänzt: „Ich glaube, dass man diese Preise dort einfach mal ausprobieren möchte. Der Markt wird den Preis regeln.“


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