Kein Preis, aber viele Erinnerungen Osnabrücker Schüler bei Jugend-forscht-Bundesfinale

Von Stefanie Pfäffle

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Die Carolinger Christian Michels (links) und Pascal Schnieder freuen sich einfach, mit ihrem Latein-Deutsch-Übersetzer bis zum Bundeswettbewerb gekommen zu sein. Foto: Stefanie PfäffleDie Carolinger Christian Michels (links) und Pascal Schnieder freuen sich einfach, mit ihrem Latein-Deutsch-Übersetzer bis zum Bundeswettbewerb gekommen zu sein. Foto: Stefanie Pfäffle

Osnabrück/Künzelsau. Um kurz nach 12 Uhr steht es am Sonntag fest: Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hat gerade in der festlich umgestalteten Sporthalle der Freien Schule Anne-Sophie im baden-württembergischen Künzelsau den letzten Preis beim 49. Bundeswettbewerb von Jugend forscht vergeben – und der Name von Pascal Schnieder und Christian Michels ist wieder nicht gefallen.

Keine Prämierung für ihren Latein-Deutsch-Übersetzer. Doch die beiden Abiturienten vom Osnabrücker Gymnasium Carolinum sehen das gelassen. „Wir sind nicht enttäuscht, das Ganze hier war ein einmaliges Erlebnis, das wir nie vergessen werden“, schwärmen beide. Und vielleicht forschen sie ja auch noch weiter an ihrem Projekt und probieren es bei der 50. Auflage von „Jugend forscht“ noch einmal.

Drei Stunden zuvor schlängeln sich Wanka und Sylvia Löhrmann, Präsidentin der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder, mit dem Pressetross durch die Ausstellung in der Schule. An vielen kleinen Ständen haben die Jungforscher, hier kurz Jufos genannt, ihre Experimente und Untersuchungen aufgebaut. Ein sechsbeiniger Aufklärungsroboter, der per Smartphone gesteuert werden kann und für dessen Entwicklung drei Hessen später den Bundessieg im Bereich Technik abräumen werden, fasziniert die beiden Frauen besonders. „Nur dank des Jugend-forscht-Zentrums konnte das Projekt so weit wachsen“, betonen die Jungs.

Bei den beiden Osnabrückern Tüftlern hält der Tross wie bei den meisten anderen nicht an. Nicht schlimm, finden diese, haben sie doch in den letzten Tagen bereits viel positive Rückmeldung von ihren Mitstreitern und Besuchern erhalten. „Viele meinten, so was hätten sie in der Schule auch gebrauchen können“, erzählt Christian. Das Duo hatte in Künzelsau großartige vier Tage. Die tolle Atmosphäre mit den vielen Teilnehmern und die Rundumversorgung durch das Patenunternehmen Würth sind nur einige Beispiele. „Wir wurden fast verwöhnt, ständig gab es was Leckeres zu Essen, in dem Hotel könnten wir gerne noch weiter Urlaub machen, und die Band gestern nach der Feier war auch gut.“

Zwischendurch wartete das Jurygespräch. Fünf Minuten hatten sie für die Präsentation, weitere zwanzig blieben für Fragen und Antworten. „Die Juroren lassen sich aber nichts anmerken, ob Antworten gut oder schlecht waren“, stellt Pascal fest. Immer wieder wird ihnen bewusst, dass sie hier zu den besten 209 gehören, die von über 12000 Bewerbern übrig geblieben sind. „Das muss man erst mal verarbeiten, das ist einfach unglaublich.“ Vor allem, wenn man bedenkt, dass die beiden Carolinger erst im Herbst mit ihrem Projekt angefangen haben und andere schon jahrelang forschen. Bei der großen Feier mit Showeinlagen von Fechtern und Sandmalerin Katrin Weißensee wird es dann noch einmal spannend. „Sie sind jetzt schon alle Gewinner“, betont Moderator Thomas Kausch, und so sehen das auch die Abiturienten. „Dabei sein ist alles, wie bei Olympia.“

Für die nächste große Aufgabe gilt das allerdings nur bedingt. Am Dienstag wartet auf Pascal Schnieder und Christian Michels die mündliche Abiprüfung. In Künzelsau in die Bücher geschaut? „Nö“, meinen beide und grinsen.


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