Lieber Engagement als Konsum Aktionsmonat „Nachhaltiger Campus Westerberg“

Obst und Gemüse aus heimischem Anbau gehören zum nachhaltigen Leben dazu. Foto: dpaObst und Gemüse aus heimischem Anbau gehören zum nachhaltigen Leben dazu. Foto: dpa

Osnabrück. Der sparsame Umgang mit Ressourcen ist wünschenswert. Doch die Umsetzung in den Alltag scheitert oft. Mit dem Aktionsmonat „Nachhaltiger Campus Westerberg“ möchte die Universität Osnabrück gemeinsam mit ihren Fachschaften aufzeigen, wie wichtig der suffiziente Einsatz von Produkten ist.

Im Einklang mit unserer Natur zu leben wird für viele Menschen immer wichtiger. Die nachhaltige Nutzung von Ressourcen und Materialien steht dabei im Vordergrund. Produkte wie Bücher oder Kleidung können getauscht, Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse im eigenen Garten angebaut werden. Zudem zählt der bewusste Umgang mit Energie zu einem nachhaltigen Leben. Das Sparen von Strom, Wasser und Gas im Haushalt gehört ebenso dazu, wie das Auto in der Garage stehen zu lassen und stattdessen das Fahrrad zur Arbeit zu nehmen.

Im Juni widmet sich die Universität Osnabrück nun in einem Aktionsmonat dem Thema Nachhaltigkeit. Auf dem „Nachhaltigen Campus Westerberg“ sollen ab Montag, dem 2. Juni, jeden Tag verschiedene Aktionen den Studenten näherbringen, wie wichtig ein suffizientes Leben ist. „Normalerweise gibt es immer Aktionstage. Wie Blitze tauchen sie auf, schnell und laut, aber danach werden sie wieder vergessen“, erklärt Jutta Essl, Initiatorin des Projektes und Umweltkoordination der Uni Osnabrück . Diesen Monat ginge es jedoch nicht um die große Show, sondern um sinnvolle Aktionen, die dauerhaft in das Leben am Westerberger Campus integriert werden könnten. Nicht nur das Projekt soll ein nachhaltiges Leben fördern, sondern zudem selbst nachhaltig wirken.

Per Rad durch Osnabrück

So macht der erste Tag, am 2. Juni, auf die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ aufmerksam. In den Monaten Juni, Juli und August sind die Mitarbeiter der Uni dazu aufgerufen, für mindestens 20 Tage aufzusatteln. Der Dienstag bietet am Campus Westerberg einen Vortrag von Ralf Füchs zum Thema „Nachhaltiges Wachstum“, in dem der Klimawandel im Fokus steht. Zudem wird eine Umfrage der Fachschaft Lehramt in der Cafeteria vom 3. bis 5. Juni unseren Konsum von Einwegbechern unter die Lupe nehmen. „Wir ersticken im Müll, und besonders diese Coffee-to-go-Becher sind ein echtes Problem“, findet Essl.

Darüber hinaus freut sie sich über das Engagement der Studenten, die im Laufe des Monats ihre Ergebnisse präsentieren und Lösungsansätze anbieten wollen. Einer davon ist der Übergang zu sogenannten „KeepCups“. Diese Mehrweg-Coffee-to-go-Becher werden am 7. Juni in der Mensa am Westerberg für sieben Euro das Stück verkauft. Eine ökologische Alternative, mit deren Nutzung das Studentenwerk zukünftig zehn Cent pro Heißgetränk sparen könnte. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Gemüseboxen. Diese Beete können während des gesamten Monats und darüber hinaus bewirtschaftet werden. Dafür sucht die Universität noch freiwillige Helfer, die Lust haben, im Botanischen Garten Lebensmittel selbst anzupflanzen. Schon jetzt hätten sich junge Menschen gemeldet, die in ihrer Freizeit ihren eigenen Salat anbauen wollen.„Auch im Winter kann weitergegärtnert werden“, weiß Koordinatorin Essl. „Dann können die Studenten zum Beispiel Kohl anbauen.“ Der Umweltkoordinatorin der Universität Osnabrück liegt das Projekt am Herzen. Denn mit dem „Nachhaltigen Campus Westerberg“ hofft sie, das Bewusstsein für ein suffizientes Leben zu wecken. Bereits etablierte Projekte wie das „Buch-Tauschregal“ werden schon jetzt rege genutzt. Ein allgemeines „Tauschregal“ bietet im Juni eine Erweiterung. In der Mensa kann alles, was noch in Ordnung ist, aber nicht mehr gebraucht wird, abgelegt werden. Im Gegenzug dürfen fremde Gegenstände mitgenommen werden. Auch die Brillensammel- und Handy-Rücknahme-Aktion am 10. Juni bieten eine Möglichkeit, sich von altem Ballast zu befreien und anderen damit eine Freude zu machen.

Das nachhaltige Sozialengagement kommt ebenfalls nicht zu kurz. Am 11. und 25. Juli bieten die Studenten am Campus eine Vorlesezeit für Kinder. Einen bunten Nachmittag verspricht auch das Veggie-Grillen am 19. Juni. Auf dem Exerzierplatz können sich Interessierte untereinander austauschen, näher kennenlernen und Vegetarisches auf dem Rost zum Brutzeln bringen.

Von vielen Akteuren viele Eindrücke und viele Impulse zu bekommen erhofft sich Essl von den nachhaltigen Wochen. „Jeder soll sich fragen: Was brauche ich wirklich?“, regt die Initiatorin an. Denn sie ist sich sicher: Jeder, der seine Wohnung kritisch betrachtet, wird am Ende Gegenstände finden, die er eigentlich nicht braucht und die nur dem Konsum geschuldet sind.

Weitere Aktionen am Campus Westerberg:

Neben dem gemeinsamen Veggie-Grillen gibt es weitere kulinarische Alternativen im Juni am Westerberg. So wird die Vollkornbäckerei Knuf jeden Mittwoch zwischen 11.30 und 13 Uhr auf dem Mensa-Vorplatz ihr Bio-Vollkornbrot verkaufen. Zudem liefern Gemüsegärtner an vier Tagen saisonales Obst und Gemüse auf das Gelände. Wer Lust hat, kommt zum Häkeltreff am 11. und 25. Juni. Mithilfe feiner Maschen wird hier ein Einkaufsnetz kreiert. Ums Tauschen, Kaufen und Verschenken geht’s am 12. Juni von 11 bis 15 Uhr. Ohne Standgebühr können private Anbieter den Floh-, Tausch- und Umsonstmarkt nutzen. Bei der Fahrradversteigerung am 17. Juni kann zudem um 12 Uhr ein neuer Drahtesel erstanden werden. Am Biologie Gebäude 35, Chemie/Physik Gebäude 32–34 und dem Mathematik/AVZ Gebäude 31 werden Fahrradaufpumpstationen eingerichtet.


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