Otte nennt Vorgehen „kurios“ Zion GmbH: Hausverbot für Osnabrücks Stadtbaurat

Unerwünschte Person auf dem Güterbahnhof: Stadtbaurat Frank Otte wurde ein Hausverbot von der Zion GmbH erteilt.  Foto: Thomas OsterfeldUnerwünschte Person auf dem Güterbahnhof: Stadtbaurat Frank Otte wurde ein Hausverbot von der Zion GmbH erteilt. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Gegen Stadtbaurat Frank Otte hat die Zion GmbH ein Hausverbot für das Güterbahnhofsgelände ausgesprochen. Offenbar eine Retourkutsche, nachdem er dort am Montag gegen den unsachgemäßen Umgang mit giftigen Materialien eingeschritten war. Otte bezeichnete die Reaktion der Eigentümergesellschaft als „kurios“.

Über ihren Anwalt Nikolai Zutz ließ die Zion GmbH dem Vorstand für Städtebau, Umwelt- und Klimaschutz mitteilen, dass er künftig auf ihren sämtlichen Grundstücken und Gebäuden unerwünscht sei. Zutz stützt sich auf unseren Zeitungsbericht über die Giftstoffe im Parkettboden und ein Foto, das Otte mit Vertretern der Polizei, der Gewerbeaufsicht und des Umweltamts vor der offenen Montagehalle zeigt.

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Ohne Rücksprache mit der Zion GmbH habe Otte sich am Montag auf dem Gelände aufgehalten. Zu unserem Erstaunen“, schreibt Zutz weiter, „scheinen Sie sogar Vertreter der Presse mitgenommen zu haben“. Aufgrund dieser „nicht nachvollziehbaren Vorgehensweise“ werde das Hausverbot erteilt. Verstöße dagegen würden „umgehend zur Anzeige gebracht“.

Stadtbaurat Otte nannte es auf Anfrage unserer Zeitung „kurios“, dass ein Unternehmen, das einen Umweltschaden zu verantworten habe, der Behörde ein Hausverbot erteilen wolle. Wenn der Verdacht bestehe, dass etwas Unrechtmäßiges geschehe, hätten Behörden ein Zugangsrecht. Und das gelte nicht nur für den Sachbearbeiter, sondern auch für den Vorgesetzten.

Befremdet zeigte sich der Baudezernent überdies, dass er das Schreiben von einem Anwaltsbüro erhalte, das in einem Gebäude tätig sei, für das es keine Nutzungsgenehmigung gebe. Der Briefkopf von Zutz‘ Schreiben verrät die Adresse Hamburger Straße 22. In dem Gebäude, ebenfalls auf dem Güterbahnhofsgelände, befand sich bis Ende 2013 die Diskothek „Stellwerk“. Da für das gesamte Areal eine Veränderungssperre gilt, hätte die Nutzungsänderung die Zustimmung der Stadt erfordert. Otte kündigte an, dass die Stadt dieser Sache nachgehen werde.

Beim Umgang mit den krebserregenden Schadstoffen im Holzparkett der Montagehalle hat die Zion GmbH offensichtlich ihre Hausaufgaben gemacht. Stadtbaurat Otte bestätigte, dass die Materialien, wie vorgeschrieben, von Arbeitern in Schutzkleidung abgedeckt wurden. Inzwischen habe die Zion GmbH auch ein Unternehmen benannt, das den teerhaltigen Sondermüll fachgerecht entsorgen soll. Darüber gebe es aber noch keine Einigkeit, weil bestimmte Nachweise fehlten.


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