Unerwartete Kultur: Disco und Stiftung Stadtteilkultur Osnabrück: Hafen überwiegend Arbeitsstätte

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Das Verwaltungsgebäude der DBU. Archivfoto: Michael HehmannDas Verwaltungsgebäude der DBU. Archivfoto: Michael Hehmann

Osnabrück. Ein untypischer Stadtteil: der Hafen Osnabrück. Fremde wundern sich, dass unsere Stadt mitten in Niedersachsen überhaupt einen Hafen hat. Der Stichkanal, der den Hafen mit dem Mittellandkanal verbindet, macht es möglich.

Da es sich beim Hafenareal überwiegend um Industrie- und Gewerbe-Gebiete handelt, kann man den Stadtteil schlecht mit anderen vergleichen: Es gibt keinen Bürgerverein, keinen Stadtteiltreff, keine Schule, auch keine Kirche – weil Menschen hier arbeiten, aber nur wenige wohnen. Wie also über Stadtteilkultur berichten, wenn es keine gibt?

Bei genauerer Betrachtung der Grenzen, die den Hafen umreißen, stößt man doch auf interessante Kulturaspekte – die zum Teil durch den Abzug der britischen Armee aus Osnabrück zustande kamen. So zog beispielsweise die Hochschule in die Gebäude ein, die im Volksmund als ehemalige „Heeresbäckerei“ bekannt wurden und wo nach dem zweiten Weltkrieg die Briten residierten. Es entstanden Proberäume für Studierende beim Institut für Musik, beispielsweise Schlagzeuger, die hier mit ihren „lauten“ Instrumenten niemanden stören. Im ehemaligen Offizierskasino wurde ein Konzertraum eingerichtet, außerdem befindet sich nebenan die Modellbau-Werkstätten der Industriedesigner.

Auch auf dem Gelände der Winkelhausen-Kaserne wurde eine friedliche Einrichtung eröffnet: „Hoppla“ heißt ein Indoorspielplatz für Kinder. In der Halle können Kids sich unabhängig von Wetterkapriolen nach Lust und Laune austoben.

Eine besondere Kultur findet in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ihren Niederschlag. Außer der Stiftungsarbeit für Umwelt und Natur,die hier täglich geleistet wird,werden die lichtdurchfluteten Räume häufig für Kunstausstellungen genutzt, das angeschlossene „Zentrum für Umweltkommunikation“ beherbergt Tagungen, Messen und andere Veranstaltungen.

Auch die ortsansässige Spedition Hellmann bringt Kultur in den Hafen: Einen alten Getreidespeicher verwandelte Hellmann Worldwide Logistics in eine repräsentative, doch funktionale Firmenzentrale mit offenem, flexiblem Raumkonzept. Im Parterre des Gebäudes wurde ein Atrium mit variablen Wänden für Konferenzen und Veranstaltungen gebaut. Architektonisch auch spektakulär ist der Neubau der Firma Kaffee Partner, die auf dem Britengelände ihr an ein riesiges Schiff erinnerndes Quartier errichteten.

Darüber hinaus sorgen der Club Neo an der Pagenstecher Straße, ein Geschäft für Musikinstrumente und -zubehör sowie ein historischer Flugzeughangar für spezielle Kulturpositionen, die man in einem „Hafen“ vielleicht gar nicht erwartet hätte.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN