Französische Köstlichkeiten Symphoniekonzert für Sparkasse

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Osnabrück. Keine greifbaren Formen oder Themen, stattdessen Klangfarben: „Nuages“, das erste der „Trois Nocturnes“ von Claude Debussy, eröffnet das Konzert des Osnabrücker Symphonieorchesters für die Sparkasse. „Petits Fours“ lautet das Motto des Konzerts, und zu hören gibt es kleine französische Köstlichkeiten.

Die macht Musikenthusiast Winfried Fechner als Moderator mit kleinen Geschichten schmackhaft. Debussy sei zu seinen Nocturnes von gleichnamigen Gemälden James Whistlers angeregt worden, informiert Winfried Fechner: von zweifarbigen Gemälden. Thema verfehlt? Jedenfalls strahlen die beiden anderen Sätze „Fêtes“ und „Sirènes“ beim Osnabrücker Symphonieorchester mit Andreas Hotz am Pult in bunter Pracht.

Als Nächstes steht das Poème für Violine und Orchester op. 25 von Ernest Chausson auf dem Programm. Es ist Chaussons bekanntestes Werk, aber das heißt nicht viel: Unbekannt ist es trotzdem. Winfried Fechner erzählt dazu die Handlung von Turgenjews Liebesroman, der Chausson inspiriert hat. Solist ist Benjamin Schmid: Weicher Geigenton, viel Vibrato, großer Ausdruckswille. Leider deckt ihn das Orchester stellenweise zu.

Klanglich sind Debussy und Chausson gar nicht weit entfernt voneinander, allerdings klingen die Osnabrücker Symphoniker an diesem Abend bei Debussy viel besser. Das bestätigt sich nach der Pause in der „Petite Suite“. Besonders das in diesem Werk gut beschäftigte Holz spielt großartig, außerdem ist die Balance zwischen allen Orchestergruppen fein abgestimmt.

Dann noch einmal Benjamin Schmid, der nun eine andere Seite als furioser Zigeunergeiger präsentiert, wozu ihm Ravel mit seinem Werk „Tzigane“ die Gelegenheit bietet. Die samtige Eleganz weicht einem härteren Ton, die schwärmerische Gestaltung der großen virtuosen Geste, gleich bleibt das Temperament. Sowohl Solist als auch Orchester zeigen sich technisch brillant und klingen famos, allerdings merkt man zuweilen noch, wie schwer das Zusammenspiel ist.

Am Ende des Programms gibt’s zigeunerisches Temperament mit Bizets „Carmen“-Suite Nr. 1 als Rausschmeißer. Natürlich: Wenn man dieses Stück nur mit Schwung hinpfeffert, wird es funktionieren, wird es zünden und der Funke überspringen. Andreas Hotz und seine Symphoniker tun aber weit mehr als das, indem sie fein nuancieren und Soli blühen lassen. Und Dennoch: Zum Finale lässt es der Schwungvolle Andreas Hotz natürlich richtig krachen.


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