CD-Vorstellung am Sonntag Günter Galls „Lieder von Krieg und Frieden“

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Musiker und Sänger: Günter Gall. Foto: Elvira PartonMusiker und Sänger: Günter Gall. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. „Lieder von Krieg und Frieden aus fünf Jahrhunderten“ steht zur Erklärung auf dem Cover einer CD, die kürzlich von dem Osnabrücker Musiker Günter Gall veröffentlicht wurde. Sie trägt den Titel „Soldaten-Leben“, der in keiner Weise kriegsverherrlichend gemeint ist.

Stattdessen handelt es sich bei den 20 Beiträgen eher um Protestlieder, die sich aus den unterschiedlichsten Perspektiven mit dem Leben von Söldnern und Soldaten an der Front oder zu Hause beschäftigen.

So startet der Liedermacher Günter Gall in Folkmanier mit dem „Lied von der Rekrutierung“, einer hanebüchenen Geschichte aus der Preußenzeit, als junge Männer auf dubiose Art und Weise in Gasthäusern für den Dienst an der Waffe während des Siebenjährigen Krieges verpflichtet wurden. Zynisch kommt das Lied „Des morgens zwischen drein und vieren“ daher: Zum heiteren „Tariralala“ berichtet ein Soldat davon, wie er angeschossen wird: „… ich muss marschieren in den Tod“. Ein Gedicht von Mascha Kaléko vertont Gall mit eigener Musik: Der „Chor der Kriegswaisen“ klagt an.

Da Gall aus Osnabrück stammt, singt er auch über regionale Aspekte: Das „Lied für Hans Calmeyer“ porträtiert etwa den Rechtsanwalt, der während des Zweiten Weltkrieges Tausende Juden vor der Deportation rettete. Mit dem „Münsterschen Postillon“ thematisiert er den Westfälischen Frieden und den Reiter, der sich freut, eine wichtige Rolle beim Friedensschluss gespielt zu haben.

Am Sonntag, 25. Mai, stellt Günter Gall das Album mit Gastmusikern, etwa Konstantin Vassiliev, im Museum Industriekultur live vor: Im Magazingebäude wird die Ausstellung „Eine deutsche Stadt im Ersten Weltkrieg – Osnabrück 1914–1918“ eröffnet.


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