Inspiration durch Askese Blue Note: Florian Weber stellt „Biosphere“ vor

Bringt sogar Quantenphysik zum Klingen: Pianist und Komponist Florian Weber. Foto: Jürgen BindrimBringt sogar Quantenphysik zum Klingen: Pianist und Komponist Florian Weber. Foto: Jürgen Bindrim

Osnabrück.Mit „Biosphere“ bringt Jazzpianist Florian Weber Wissenschaft zum Klingen. Ein Stück hat er beispielsweise der Quantenphysik gewidmet. Doch auch die Popmusik kommt zum Zuge: Mit Stücken von Coldplay oder Eric Clapton. Am Donnerstag gastiert Weber mit „Biosphere“ im Blue Note.

Osnabrück. Wie klingt Quantenphysik? Nun, Florian Weber macht da einen Vorschlag: „Piecemeal“ heißt das Stück auf seiner CD „Biosphere“, und das beginnt mit einer ziemlich rasanten Basslinie, die sich windet und dreht und unaufhörlich in eine andere Dimension zu treiben scheint. Im Booklet ist dazu zu lesen, dass Weber für das Stück einen 27/16tel-Takt gewählt hat – deswegen klappt’s nicht mit dem Mitzählen, alles klar. Den Spaß an der Musik mindert die metrische Irritation aber nicht. Im Gegenteil.

Inspiration für das Album habe er in seinem Blockhaus an einem See gesammelt, sagt er in einem Video , das die Arbeit am Album dokumentiert. Inspiration durch Askese war das: „Ich habe zwei Wochen lang keine Musik gehört, nicht einmal Radio.“ Aufgenommen aber hat er „Biosphere“ im lärmenden Zentrum des Jazz, in New York, dort, wo der Osnabrücker Jazzprofessor einen guten Teil seines Lebens verbringt.

Die CD nun deckt ein breites Spektrum ab: Weich ausgesungene Linien auf dem Fender-Rhodes-E-Piano führen ins weltferne Idyll, die Adaption „Cosmic“ von der britischen Acid-Rockband Jamiroquai klingt nach musikalischem Roadmovie, das Titelstück „Biosphere“ wird gleichsam zur Entdeckungsreise durch den modernen Jazz von Funk über Ethno bis zum Swing, dem Clapton-Klassiker „Tears in Heaven“ lässt Weber die höchsten Jazz-Balladen-Weihen zukommen.

Für das Projekt hat Weber das klassische Klaviertrio mit Thomas Morgan am Bass und Dan Weiss am Schlagzeug um den Gitarristen Lionel Loueke ergänzt – was die Musik um ein paar klangliche und exotische Aspekte erweitert – gern lässt Echo-Preisträger Loueke seine westafrikanische Herkunft anklingen.

In dieser Auszeichnung treffen sich Loueke und Weber: Auch dem Pianisten wurde vergangenes Jahr ein Echo zuteil. Jetzt kommen beide nach Osnabrück, um ihr „Biosphere“-Projekt vorzustellen.

Florian Weber: „Biosphere“ CD, ersch. bei Enja. Live: Donnerstag, 22. Mai, 20.30 Uhr, im Blue Note. Kartentelefon: 0541/ 600650


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