Peterburg soll Flächen Freitagmittag räumen Zion GmbH sorgt am Güterbahnhof für Stress

Gelbe Zettel drohen mit Abschleppung auf dem Gelände „Petersburg“. Zion Privatparkplatz. Foto: Michael GründelGelbe Zettel drohen mit Abschleppung auf dem Gelände „Petersburg“. Zion Privatparkplatz. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände wird vom Eigentümer Zion GmbH seit dem Gerichtstermin am Montag wegen der betriebenen Räumungsklage für das Probenraumzentrum anscheinend wieder ein härterer Kurs gefahren: Am Mittwochmorgen sind an dort abgestellten Autos und Fahrrädern gelbe Zettel mit der Ankündigung: „Letzte Warnung! Ab sofort werden hier Eigentümerrechte durchgesetzt“, angebracht worden.

Außerdem hat die Kulturinitiative Petersburg, die Kellerflächen sowie einen Teil des Außenbereichs nutzt, Post vom Flächeneigentümer Zion GmbH bekommen. Inhalt: die Aufforderung, bis Freitagmittag, 12 Uhr, das Gelände zu räumen.

Die Zion GmbH hat auf NOZ-Anfrage am Donnerstag durch ihren Anwalt Nikolai Zutz erklären lassen: „Derzeit laufen Gespräche zwischen den Parteien, welche wir nicht durch Veröffentlichungen beeinträchtigen wollen.“ Er bitte hierfür um Verständnis.

Der Verein, der aufgrund einer Anfang 2013 mit den Zion-Geschäftsführern Ralf Gervelmeyer und Thomas Gründler getroffenen Vereinbarung Flächen im Keller sowie im Außenbereich nutzt, verbreitete am Donnerstag eine Erklärung zu den aktuellen Geschehnissen am Freiraum Petersburg.

Danach ist im Anschluss an die am Montag abgehaltene Gerichtsverhandlung zwischen der Zion GmbH und dem Mieter des Proberaumgebäudes, Carsten Gronwald, eine schriftliche Räumungsaufforderung der Zion GmbH erfolgt. Dabei habe es Anfang April auf Wunsch des Flächeneigentümers noch Vertragsgespräche über eine Neufassung der Nutzungsbedingungen gegeben.

Der rund 60 Mitglieder zählende Kulturverein, der auf dem Güterbahnhofsareal inzwischen seit rund vier Jahren aktiv ist, zeigt sich über die Räumungsaufforderung bezüglich der Außenfläche, des Kellers und des Treffpunkts „Mythos“ erstaunt: „Wir sind über die plötzliche Kehrtwende überrascht und bedauern, dass es zu einem abrupten Abbruch der Verhandlungen gekommen ist.“ Die Auffassung der Zion GmbH, dass hier ein „plötzliches widerrechtliches Besetzen“ vorliege, könne nicht nachvollzogen werden.

Dem Verein sei weiterhin an einer gütlichen Einigung mit der Zion GmbH gelegen, man hoffe auf die „erneute Aufnahme der Gespräche“.

Der Anwalt von Probenraumzentrum-Mieter Carsten Gronwald hatte schon vor dem Gerichtstermin am Montag befürchtet, dass die Zion GmbH den Druck auf seinen Mandanten und den Kulturverein erhöhen werde. Dazu passt aus seiner Sicht auch die Abschlepp-Androhung. „Zion GmbH Privatparkplatz“ steht in Großbuchstaben auf den DIN-A4-Zetteln. Es folgt der Hinweis: „Widerrechtlich parkende Fahrzeuge wegen kostenpflichtig abgeschleppt!“ Außerdem wird klargestellt: „Dies ist keine Mietfläche von Herrn Gronwald oder dem Kulturverein Petersburg.“

Donnerstagmorgen ist kurz nach halb neun auch ein Abschleppunternehmen angerückt, um dort zwei abgestellte Autos aus dem Bereich zu entfernen. Das Vorgehen hat auch die Polizei beschäftigt. Ein Polizeisprecher: „Es gab Schwierigkeiten zu klären, ob die Fahrzeuge auf gemietetem Grund standen oder nicht.“

Nach Darstellung des Zion-Anwalts betreffen die Abschleppankündigungen ausschließlich Teile des Grundstücks seiner Mandantin. Entgegenkommenderweise seien widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge von der Zion GmbH aber nicht abgeschleppt worden.