Nachholbedarf bei Lehrerausbildung Osnabrück: Bulmahn trifft sich mit Uni-Präsidium

Mehr Geld für die Bildung? Edelgard Bulmahn sprach gestern mit dem Osnabrücker Uni-Präsidium über die Defizite in der Lehrerausbildung. Foto: Uwe LewandowskiMehr Geld für die Bildung? Edelgard Bulmahn sprach gestern mit dem Osnabrücker Uni-Präsidium über die Defizite in der Lehrerausbildung. Foto: Uwe Lewandowski

Osnabrück. Prominenter Besuch an der Universität: Edelgard Buhlmann, die Vizepräsidentin des Bundestages und ehemalige Bildungsministerin, war am Dienstag auf Einladung vom Bundestagsabgeordneten Rainer Spiering vor Ort, um mit ihm und dem Uni-Präsidium über die Ausbildung von Berufsschullehrern und die Förderung von Lehramts-Studenten zu sprechen. Laut Spiering hat sich die universitäre Ausbildung von Berufsschullehrern in den vergangenen Jahren eher zum Nachteil entwickelt. Standen früher eher pädagogische Inhalte im Mittelpunkt, gebe es mittlerweile einen Vorrang der Fachwissenschaften.

In die selbe Kerbe schlug auch Uni-Präsident Wolfgang Lücke. „Beides ist gleich wichtig. Ein gutes Lehramtsstudium setzt sich gleichermaßen aus fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Aspekten zusammen“, betonte er. Dass in diesem Bereich noch Nachholbedarf besteht, hat auch seine Gründe: Ein generelles Problem in der universitären Ausbildung von Lehrern sei es nämlich, ausreichend Forschungsgelder zu gewinnen. Statt zu promovieren, ziehen es die Studenten vor, nach Abschluss ihres Studiums gleich als Lehrer in der Schule zu arbeiten. Aus Mangel an Stiftungsgeldern gehen der Uni somit viele hoffnungsvolle Forscher verloren, die ihrerseits als Dozenten ihre didaktischen Kenntnisse an andere Studenten hätten weitergeben können. Das Resultat: Ein Nachwuchsproblem an den Hochschulen.

Bulmahn bestätigte dieses Dilemma. Es wäre ideal, wenn Lehrer nach ihrem Studium an der Schule ihre Promotion schreiben könnten – das erfordere jedoch Zeit, die viele Schulen nicht bieten können. „Es gibt einfach einen zu großen Bedarf in den Schulen. Sie können kaum Leute abstellen, die nebenbei noch promovieren“, so die Politikerin. Dieses Defizit gelte es jedoch zu beheben. Um den Lehramtsstudenten einen Anreiz für die Promotion zu bieten, müssten „Verbündete“ gefunden werden, die die jeweilige Doktorarbeit finanziell unterstützen. „Das können Stiftungen, Verbände oder Firmen sein“, erklärte Bulmahn. Da die Lehrerausbildung eine überregionale Bedeutung habe, müsse sich auch der Bund daran stärker beteiligen. Das Uni-Präsidium würde das sicherlich freuen. „Das Kernziel hier ist die Lehrerbildung. Die meisten Studenten studieren schließlich auf Lehramt“, so Lücke.


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