Ungefiltert gut In Osnabrück gebraut: Bockbier für die Maiwoche

Andreas Pater steht seit Wochen in der Hausbrauerei Rampendahl am Kupferkessel, damit das Bockbier rechtzeitig zur Maiwoche fertig ist. Foto: Egmont SeilerAndreas Pater steht seit Wochen in der Hausbrauerei Rampendahl am Kupferkessel, damit das Bockbier rechtzeitig zur Maiwoche fertig ist. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Manch einer geht nur wegen des Maibocks zur Maiwoche: Zehn Tage lang wird am Bierbrunnen auf dem Marktplatz neben dem herkömmlichen Osnabrücker Pils auch das selbst gebraute Maibockbier der Hausbrauerei Rampendahl ausgeschenkt. Warum es trüb ist und warum es so gut für Haut, Haare und Fingernägel sein soll, verriet uns Braumeister Andreas Pater.

Fünf bis sechs Wochen dauert es, bis Pater die etwa 60 Hektoliter Maibock gebraut hat, die ausschließlich während der Maiwoche über den Tresen gehen. Täglich steht er dann am Sudkessel aus Kupfer, um die Temperatur des Suds zu überwachen und um ihn zur richtigen Zeit in den Läuterbottich umzufüllen.

In diesem Spezialbehälter werden die Feststoffe vom Sud getrennt. „Diese Ballaststoffe verwenden wir zum Teil, um unser schmackhaftes Treberbrot herzustellen“, erklärt Pater. Das Treberbrot wird im Rampendahl als besondere Spezialität mit Schmalz zum Bier gereicht.

Andreas Pater arbeitet für die Radeberger Gruppe, ein zum Oetker Konzern gehörendes Unternehmen, mit dem Rampendahl-Betreiber Helmut Dierker zusammen, seitdem er die Hausbrauerei vor 14 Jahren übernahm. Die Kooperation bietet für ihn den Vorteil, dass er sein Bier in den Radeberger-Labors lebensmitteltechnisch überprüfen lassen kann. Und wenn sein Hausbrauer mal Ferien hat oder krank wird, sorgt der Konzern für eine Vertretung.

Vier Sorten Bier braut Pater, die nur im Rampendahl sowie in zwei weiteren Gaststätten im Landkreis Osnabrück ausgeschenkt werden: das Dunkle, das Helle, Weizenbier und zur Maiwoche das Bockbier. „Die Biere unterscheiden sich durch die Verwendung verschiedener Malzsorten“, sagt der Bierbrauer. Gerstenmalz und Weizenmalz werden eingesetzt, und wenn das Bier dunkel werden soll, wird geröstetes Gerstenmalz zugesetzt.

„Seit fünf Jahren verwenden wir für den Maibock dieselbe Rezeptur“, versichert Dierker, der sicherstellen will, dass das Bockbier stets denselben Geschmack und dieselbe Qualität aufweist. Und dann verrät Braumeister Pater auch, warum das Bier so trüb ist: „Das ist die Bierhefe, die wir nicht ausfiltern. Normalerweise muss man Bier filtrieren, weil es so haltbarer wird. Da wir unser Bier aber immer frisch brauen und innerhalb kurzer Zeitspannen ausschenken, können wir diese gesunden Stoffe im Bier belassen.“

Er verweist darauf, dass manche Menschen Bierhefe-Präparate in Drogerien und Apotheken kaufen, weil diese gut für die körperliche Gesundheit sein sollen. „Das können sie sich sparen, wenn sie unser Bier trinken“, sagt Andreas Pater und vergleicht das Trinken des Maibocks am Bierbrunnen mit einem Besuch einer Beauty-Farm.


0 Kommentare