Punk-Senioren The Sonics rocken den Rosenhof


Osnabrück. Dürfen die das? Sich mit locker über 65 Jahren auf die Bühne stellen und einen Sound spielen, der in den 1960er Jahren den Grundstock für Garage Rock und Punk legte? Nach dem Konzert von The Sonics im Rosenhof musste die Antwort „Ja“ lauten.

Mit „Cinderella“ eröffnete die amerikanische Musiklegende druckvoll ihre Show und nach ihrem ersten Hit „The Witch“ legten sie nass geschwitzt die Instrumente nach einer Stunde zur Seite. Dazwischen bekam das Publikum eine Lehrstunde in Sachen Rock´n´Roll geliefert, die zwar nicht mit den Konzerten in den 60ern vergleichbar war, die aber dennoch viel von dem rotzigen Flair und der enormen Kraft vermittelte, die die Band einst berühmt machte.

Drei Original-Bandmitglieder, Gitarrist Larry Parypa, Keyboarder Jerry Roslie und Saxophonist Rob Lind, ließen sich von den nachträglich eingestiegenen Bassisten Freddie Dennis und dem Drummer Dusty Watson antreiben. Natürlich war der Sound nicht so verzerrt wie früher und die Stimme von Jerry Roslie kam erst zaghaft rüber, aber nach und nach steigerte sich die Band in einen Rock´n´Roll-Taumel, der das Publikum mitriss und zu ausgelassenem Tanzen animierte. Neben neuen Songs - einer wurde von Lind ironisch als „Uptempo Blues“ bezeichnet - hagelte es auch jede Menge treibende Sonics-Klassiker wie „Keep A-Knockin“, „Louie Louie“ und selbstredend „Psycho“ vom ersten Album, der mit dem typischen, animalischen Schrei und dem charakteristischen dreckigen Gitarreriff aufwartete. Respekt.


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