Sievert-Stiftung fördert mit 20000 Euro Filmfest verdoppelt Preisgeld für Friedensfilmpreis

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Begeisterter Förderer: Gerrit Sievert (links) bei der Verleihung des Friedensfilmpreises der Stadt Osnabrück im Jahr 2013 mit Julia Oelkers, Jana Klinge, der Gewinnerin Rajathi Samsudeen und  Justus Peter. Foto: Unabhängiges Filmfest OsnabrückBegeisterter Förderer: Gerrit Sievert (links) bei der Verleihung des Friedensfilmpreises der Stadt Osnabrück im Jahr 2013 mit Julia Oelkers, Jana Klinge, der Gewinnerin Rajathi Samsudeen und Justus Peter. Foto: Unabhängiges Filmfest Osnabrück

Osnabrück. Das Unabhängige Filmfest Osnabrück verdoppelt das Preisgeld für den Friedensfilmpreis der Stadt Osnabrück. Statt bisher mit 5000 Euro wird der Preis künftig mit 10000 Euro dotiert. Zu verdanken ist das dem Engagement der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur.

Im letzten Jahr musste alles sehr schnell gehen: Die VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken hatte sich aus der Förderung des Preises zurückgezogen, und noch im Juni musste Kulturamtsleiterin Dagmar von Kathen den Kulturausschuss mit den Worten „ wir halten Sie auf dem Laufenden “ beruhigen. Die Suche nach Ersatz zog sich dann bis August hin, und gefunden hat ihn Florian Vollmers, der Leiter des Unabhängigen Filmfests Osnabrück, in Hans-Wolf Sievert, dem Baustoff-Unternehmer, der Anfang letzten Jahre 24,5 Prozent seines Unternehmns der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur übertrug. „Wir kamen sehr spät zusammen“, erinnert sich Vollmers. „Aber er half schnell und unkompliziert“. Happy End eines Nervenkrieges um die Festivalfinanzierung.

In diesem Jahr blickt Vollmers viel entspannter in die Zukunft, unter anderem dank der Sievert-Stiftung. Das Projekt Filmfest hat der Stiftungsgründer schnell seinem Sohn Gerrit Sievert übertragen – und der war begeistert von dem Festival. Unter anderem deshalb kam von ihm die Anregung, das Preisgeld für den Friedensfilmpreis zu verdoppeln. Zudem übernimmt die Stiftung Zusatzkosten, die ein Preis mit sich bringt: um Juroren Honorare zu zahlen, um eine Preisverleihung zu organisieren oder um einen Gewinner einzufliegen. Um all das zu gewährleisten gibt die Sievert-Stiftung eine Gesamtsumme von 20000 Euro, und das für dieses und nächstes Jahr.

Ein bisschen ist das der Leidenschaft der Familie Sievert geschuldet: „Wir sind sehr filmaffin“, sagt Gerrit Sievert. Damit meint er nicht unbedingt das Hollywood-Blockbuster-Kino, sondern ein Programm, wie es das Filmfest zeigt, mit Schwerpunkten auf sozialen und gesellschaftlichen Themen und vielen dokumentarischen Filmen. „Diese Nischen besetzt das Filmfest mit guten Filmen“, sagt der Fotograf und Autor mit Wohnsitz Berlin.

Allerdings bewegt sich das Festival damit auch jenseits des Mainstreams, dort, wo die künstlerische Freiheit groß sein mag, die Finanzen indes spärlich fließen. „Ich sehe, was für ein Kampf es ist, Geld zu beschaffen“, sagt Sievert. Und Vollmers ergänzt: „Viele Filme bei uns haben nicht den großen Verleih im Rücken. Ein höheres Preisgeld ist daher auf jeden Fall hilfreich.“ Freilich „Das ist noch nicht die Welt“, sagt Sievert. „Aber es ist wenigstens eine kleine Unterstützung für engagierte Filmemacher“. Davon profitiert auch das Festival. „Die Sievert-Stiftung verleiht dem Preis eine höhere Wertigkeit“, sagt Vollmers, und das wertet das Unabhängige Filmfest an sich auf. „Vom Publikum wird das vielleicht nicht so wahrgenommen“, sagt Vollmers. „Aber bei Filmschaffenden spielt ein höheres Preisgeld eine Rolle“.

Kein Wunder also, dass Florian Vollmers sehr entspannt in die Zukunft blickt. „Die Finanzierung für das diesjährige Festival steht seit letzter Woche“, sagt der Festivalchef. 122000 Euro beträgt der Etat in diesem Jahr, wobei allein 30000 Euro an EU-Geldern, sogenannten „EFRE“-Mitteln ins Filmfest fließen. Die Stadt unterstützt das Festival mit 22500 Euro. Das 29. Unabhängige Filmfest Osnabrück findet vom 15. bis 19. Oktober statt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN