Für Hebammen, gegen Abschiebung Zwei Demos am Samstag in Osnabrück

Demo gegen Abschiebung in Osnabrück aus dem März. Foto: Michael GründelDemo gegen Abschiebung in Osnabrück aus dem März. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Auf viel Publikumsverkehr in der Innenstadt können sich die Osnabrücker am kommenden Samstag, 26. April, einstellen. Das liegt auch an zwei Demonstrationen, die für diesen Tag angekündigt sind.

Ab 13 Uhr demonstrieren Eltern und Hebammen am Ledenhof. Dazu ruft die Initiative für Hebammenversorgung Osnabrück auf. „Schon heute ist die Hebammenversorgung in Deutschland stark ausgedünnt“, heißt es in einer Mitteilung. Immer höhere Prämien zur Berufshaftpflichtversicherung für die Hebammen seien das Problem und nun die Kündigung der Gruppenhaftpflicht-Versicherung zum Juli 2015. Eine angemessene Anpassung der Vergütung durch die Krankenkassen sei ausgeblieben. „Eine Kündigung der Haftpflichtversicherung bedeutet für die freiberuflichen Hebammen faktisch das Berufsverbot.“

Das Programm am Samstag: Nach einer Anfangs-Kundgebung am Ledenhof um 13 Uhr startet um 13.30 Uhr der Zug der Demonstration durch die Innenstadt zum Theatervorplatz. Um 14.15 Uhr ist eine weitere Kundgebung am Theatervorplatz mit Reden und einer schauspielerischen „Fensterrede“ mit Schaubildern geplant.

Für Flüchtlinge

Das Theater ist auch Ziel der zweiten Demonstration am Samstag. Eine ganze Reihe von Flüchtlings-Hilfsorganisationen, Parteien und kirchlichen Vereinigungen lädt hierzu ein. Im Fokus ihrer Kritik steht die Abschiebepraxis. Treffen ist um 15 Uhr am DGB-Haus (Gewerkschaftshaus), August-Bebel-Platz 1. Der Start des Zugs zum Theater ist für 15.30 Uhr geplant.

Die Demonstranten wenden sich laut Mitteilung gegen die Abschiebungen von Flüchtlingen im Dublin-Verfahren in Osnabrück und deutschlandweit. Demnach drohe vielen Flüchtlingen in diesen Tagen die Abschiebung nach Italien und andere Mittelmeeranrainer. Diese Staaten aber seien von der großen Zahl der ankommenden Geflüchteten überfordert. Diese müssten dort oftmals in Armut und Obdachlosigkeit leben.

„Wir fordern, dass unsere Flüchtlinge in Osnabrück bleiben dürfen.“Die derzeitige europäische Abschiebepraxis müsse gestoppt und die europäische Flüchtlingspolitik reformiert werden.