Neubaugebiet „In der Gartlage“ Osnabrück: Energiesparendes Wohnen im Grünen

Von Markus Strothmann


Osnabrück. Auch aus der Vogelperspektive ist unschwer zu erkennen, dass das Wohnbaugebiet „In der Gartlage“ sein Gesicht erst noch bekommen wird. Das rund 13 Hektar große Areal in der Dodesheide liegt zwischen Ellerstraße, Knollstraße und dem Waldfriedhof Dodesheide; im Moment gibt es noch ein Musterbeispiel ab für verschiedene Bauphasen auf kleinem Raum: Vom nackten Rohbau bis zum fertigen Haus mit Garten findet man jedes Stadium vor.

Eine Besonderheit hier ist die Art der Bebauung: Die zugrundeliegende Idee ist die Schaffung einer ökologisch vorbildlichen Siedlung. Um das zu erreichen, lässt die Stadt nur Gebäude zum Bau zu, die mindestens dem Standard sogenannter Niedrigenergiehäuser entsprechen; 34 von insgesamt 84 Baugrundstücken sind außerdem für Passivhäuser vorgesehen.

Diese Bauform zeichnet sich äußerlich unter anderem aus durch eine weitgehend fensterlose Nordseite und dafür große Fenster nach Süden. Zudem ist die Isolierung besonders gut, Hersteller werben mit Einsparungen bei der Heizenergie von rund 75 Prozent. Und egal ob Passiv- oder Niedrigenergiehaus: Die meisten Gebäude in der Gartlage produzieren zumindest teilweise eigene Energie, etwa mit Solaranlagen oder Erdwärmepumpen.

Rechts im Bild sieht man den Ansatz der sogenannten Eiswiesen. Diese wollte man ursprünglich ebenfalls bebauen; der Plan scheiterte aber 2007 am Widerstand von SPD und Grünen. Man schloss einen Kompromiss, und das Baugebiet schrumpfte auf ein Drittel der zunächst angedachten Fläche – sicher zugunsten von Flora, Fauna und des Klimas in der Stadt, denn die Eiswiesen sind Teil eines der „grünen Finger“ von Osnabrück und unter anderem wichtig für die Versorgung des Stadtgebiets mit frischer Luft.

Svenja Lammert wohnt seit Februar 2013 mit Mann und Kind in einem Niedrigenergiehaus an der Carla-Wöldering-Straße, die unterhalb des gitarrenförmigen Teiches rechts der Bildmitte beginnt. Ihr gefällt besonders die stadtnahe Lage im Grünen: „Unser Besuch denkt immer: Wir fahren aufs Land“; die Gegend biete vielen Tieren einen Lebensraum, etwa Fröschen, Raubvögeln und diversen Insekten. Die Lammerts entschieden sich zwar gegen ein kostspieliges Passivhaus, aber auch ein Niedrigenergiehaus ist bereits wesentlich teurer als ein normaler Bau. Von den Einsparungen durch den niedrigeren Energieverbrauch werde wohl erst die nächste Generation profitieren, sagt Lammert.

Besagte nächste Generation lässt sich momentan noch im Kinderwagen durch die Gartlage chauffieren und hat dazu bisher keine Meinung, aber das dürfte sich in wenigen Jahren ändern: Das schöne Wort „Nachhaltigkeit“ findet derzeit Verwendung in vielen Zusammenhängen – bezogen auf die Entwicklung des Wohnbaugebiets „In der Gartlage“ erscheint es tatsächlich einmal passend.


Dieses Motiv ist in der Geschäftsstelle von NOZ Medien an der Großen Straße in Osnabrück erhältlich. Ein Abzug (20 x 30 cm) kostet 14 Euro, das Format 40 x 60 cm 26,50 Euro.

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