Zum Studieren und Verweilen Neues Hörsaalgebäude in Osnabrück ist fertig


Osnabrück. Der Hochschulcampus Westerberg ist um ein weiteres Element gewachsen: Nach zwei Jahren Bauzeit ist das neue Hörsaalgebäude auf dem Gelände der ehemaligen Von-Stein-Kaserne an der Barbarastraße fertig gestellt: Ein herausstechender Hingucker zwischen der Mensa, die im Dezember 2012 eröffnete, und der Bibliothek, die gerade entsteht. Die Gebäude werden von Hochschule und Uni Osnabrück gemeinsam genutzt. Das Ensemble soll ergänzt werden durch ein Verwaltungsgebäude der Uni.

Die Bauarbeiter haben das Feld geräumt, die Putzkolonnen alles auf Hochglanz gebracht. Lediglich die Medientechniker installieren noch Lautsprecher, Beamer und Induktionsschleifen für Gehörlose. Bereits am 3. März – während im Foyer noch gebaut wurde – hatte in der zweiten Etage der Vorlesungsbetrieb für Studierende der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WISO) begonnen.

Nach der Osterpause öffnen sich die Türen aller 8 großen und 24 kleineren Hörsäle und Seminarräume. Sie stehen überwiegend der Hochschule zur Verfügung; neben der WISO-Fakultät auch der Fakultät Ingenieurswissenschaften und Informatik (I+I). Hier finden 1.820 Personen Platz. Vier Hörsäle im Erdgeschoss lassen sich durch mobile Trennwände auf zweimal 144 Plätze erweitern. Das dreigeschossige Gebäude bietet eine Nutzfläche von 4.700 Quadratmetern. Das Land Niedersachsen übernahm die Baukosten in Höhe von 23 Millionen Euro.

Neue Studiengänge und steigende Studentenzahlen hätten die räumliche Ausweitung und Modernisierung dringend erfordert, erklärt Christina von Zitzewitz. Sie arbeitet als Architektin im Gebäudemanagement der Hochschule und betreute das Projekt von Anfang an. Die Studentenzahl der Hochschule stieg von 6000 im Jahr 2000 auf mittlerweile 12500 bei einem Angebot von 68 Bachelor- und 27 Masterprogrammen.

Überall ein helles Grün

Die ausgefallene Gestaltung macht das Objekt zum Blickfang. Entwurf und Ausführung stammen von der Arbeitsgemeinschaft Architekturbüro Benthem Crouwel GmbH (Aachen) und der TGA ifes GmbH (Frechen): Mit hellgrüner Folie unterlegt, hebt sich die gesamte Frontseite des 92 Meter langen Baus bis 7 Meter Höhe schräg vom Boden ab und überdacht weitläufig den gläsernen Eingangsbereich. „Damit wollen die Architekten die Schlucht öffnen, die hier durch das künftige Verwaltungsgebäude entstehen wird. Auf diese Weise wird eine Blickbeziehung zur Mensa und Bibliothek hergestellt“, erläutert von Zitzewitz. Die Fassade besteht aus eloxiertem Aluminium, das Dach wurde begrünt.

Überraschend ästhetisch und unkonventionell zeigt sich auch die bis zum Glasdach offene Eingangshalle: Auf beidseitigen Stufenflächen wurde eine 1000 Quadratmeter große „Studierendenlandschaft“ mit Sitzwürfeln und abgestuften Tischplatten gestaltet – zum individuellen Lernen, für Projektgruppen oder einfach nur zum Verweilen und Entspannen. „Hier sollte ein Community-Bereich geschaffen werden“, sagt Ralf Garten, Pressesprecher der Hochschule. Auch Uni-Studenten können ihn nutzen. Wer hier sitzt, hat alles im Blick. Selbst die Leute in der benachbarten Mensa sind durch die hohen Fenster zu sehen.

Im Gegensatz zur versetzten Linienführung des Foyers, die kaum Parallelen zeigt, ist der gesamte hintere Teil des Gebäudes klar und übersichtlich gestaltet. Drei Treppenhäuser, in denen das Grün der Außenfront wieder aufgegriffen wird, führen zu Hörsälen, Seminarräumen, Sanitäreinrichtungen und Wickelraum. Ein begrünter Innenhof lässt Licht in die Flure. In zwei Monaten soll das Gebäude auch „offiziell“ eröffnet werden.


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