Finanzinvestor übernimmt Anteile Görtz-Übernahme: Osnabrücker Händler Reno unterliegt

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Der Münchener Finanzinvestor Afinum steigt bei der angeschlagenen Schuhhandelskette Görtz ein. Auch die Osnabrücker HR Group war an einer Übernahme interessiert. Foto: dpaDer Münchener Finanzinvestor Afinum steigt bei der angeschlagenen Schuhhandelskette Görtz ein. Auch die Osnabrücker HR Group war an einer Übernahme interessiert. Foto: dpa

Osnabrück/Hamburg. Beim Übernahmepoker um den angeschlagenen Hamburger Schuhhändler Görtz ist die Osnabrücker HR Group aus dem Rennen. Das besser unter der Marke Reno bekannte Unternehmen unterlag jetzt dem Münchener Finanzinvestor Afinum. Dieser beteilige sich mit 40 Prozent an Görtz. Die Osnabrücker wollten 75,1 Prozent des Konkurrenten übernehmen.

Die Hanseaten hatten sich im vergangenen August auf die Suche nach Investoren gemacht. Dabei verhandelte man zunächst mit dem Versandhauskonzern Otto über eine Beteiligung, konnte sich wegen unterschiedlicher Vorstellungen über die Strategie aber nicht einigen.

Auch der Konkurrent HR Group mit der Schuhhandelskette Reno interessierte sich für Görtz. Ein Abschluss kam nicht zustande, weil die Görtz-Eigner die Mehrheit behalten wollten. „Die Verhandlungen wurden ganz klar mit dem Ziel der Übernahme geführt“, sagte eine Sprecherin der HR Group am Montag unserer Redaktion. „Ein anderes Modell stand für uns nicht zu Diskussion.“ Nur mit einer mehrheitlichen Übernahme von Görtz wären erhoffte Synergieeffekte erreichbar gewesen, nicht aber mit der jetzt abgeschlossenen Beteiligung. Man bedauere, dass das Geschäft nicht zustande gekommen ist.

Görtz und der Finanzinvestor Afinum streben eine langfristige Partnerschaft an, heißt es. Im Fokus stünden das weitere Wachstum des Filialisten und der Ausbau des Internetgeschäfts. Über den Wert der Beteiligung sei Stillschweigen vereinbart worden. Der Abschluss, dem das Kartellamt noch zustimmen solle, werde bis Ende Mai erwartet.

Dem 1875 gegründeten Familienunternehmen Görtz macht seit längerem die zunehmende Konkurrenz im Onlinehandel zu schaffen. Die Firma mit zuletzt 3200 Mitarbeitern und rund 170 Filialen in Deutschland und Österreich schrieb über mehrere Jahre rote Zahlen. 2013 kehrte Görtz dank eines Sanierungs- und Sparkurses operativ in die schwarzen Zahlen zurück. Der Umsatz sei auf vergleichbarer Fläche, also ohne Filialschließungen, auf 365 Millionen Euro leicht gestiegen. Anfang des Jahres verkaufte Görtz sein Geschäft in der Schweiz an die GF Group Holding des Investors Guido Fluri.

Afinum wurde 2000 von den Wirtschaftswissenschaftlern Thomas Bühler und Gernot Eisinger gegründet. Der auf Beteiligungen an mittelständischen Firmen spezialisierte Finanzinvestor war erst im vergangenen Jahr an dem fast 200 Jahre alten Möbelhersteller Thonet eingestiegen, der mit Designklassikern wie seinem Kaffeehausstuhl bekannt geworden ist. Zum Portfolio zählen zudem der Kreissägenhersteller Altendorf und Computerteileproduzent Caseking. (Mit Reuters)

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