Neues System funktioniert Osnabrücker Banken zufrieden mit Sepa-Umstellung

Die Verwendung von IBAN und BIC geht immer mehr Verbrauchern in Fleisch und Blut über. Foto: dpaDie Verwendung von IBAN und BIC geht immer mehr Verbrauchern in Fleisch und Blut über. Foto: dpa

Osnabrück. IBAN, SEPA, BIC: Seit dem 1. Februar müssen Unternehmen und Vereine mit dem neuen europäischen Überweisungssystem arbeiten. In Ausnahmefällen dürfen sie eine Übergangsfrist bis zum 1. August nutzen. Zweieinhalb Monate nach der Umstellung ziehen Osnabrücker Banken jetzt ein positives Zwischenfazit.

Peter Hanfeld ist bei der Sparkasse Osnabrück zuständig für das Projekt „SEPA-Migration“. Er hat eineinhalb Jahre lang dafür gesorgt, dass Firmen und Vereine auf die Umstellung vorbereitet sind. „Nach einer Übergangsphase wird es jetzt langsam Normalität“, sagt Hanfeld. „Wir sind mit der Umstellung zufrieden.“

Bereits seit Mitte Februar sollen alle Geschäftskunden umgestellt haben. „Wir nutzen die Übergangsphase bis August gar nicht ganz aus“, so Hanfeld. Probleme gebe es momentan nur vereinzelt bei veralteter Software oder Belegen, die falsch ausgefüllt werden.

Sogar von den Privatkunden, die eigentlich noch bis Februar 2016 wie gewohnt Kontonummer und Bankleitzahl nutzen dürfen, verwenden zwei Drittel bereits BIC und IBAN bei Überweisungen mit Beleg. In der Sparkassen-Filiale am Neumarkt liegen mittlerweile nur noch Vordrucke für das neue System aus. „Die alten Vordrucke sind verbraucht“, sagt Hanfeld. Nachgedruckt werden sie nicht. Insgesamt wird die SEPA-Suppe aber wohl nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wurde: „Ich glaube, dass wir Ende des Jahres kaum noch darüber sprechen werden“, vermutet Hanfeld.

Bei der Volksbank Osnabrück sieht es ähnlich aus. „Wir stellen fest, dass die Kundenanfragen bei unser Service-Hotline speziell zum SEPA-Zahlungsverkehr in den letzten Wochen deutlich zurückgegangen sind“, sagt Vorstandsmitglied Udo Herz. Die meisten Kunden hätten wohl inzwischen umgestellt. Vor allem bei den Firmenkunden hätten die Nachfragen stark nachgelassen. „Nachfragen erreichen uns fast ausschließlich von einigen kleineren Unternehmen und Handwerksbetrieben, die ihren Zahlungsverkehr nach wie vor noch im Altverfahren abwickeln“, beschreibt es Herz. Auch für die Mitarbeiter sei das neue Verfahren mittlerweile Alltag.

Markus Weik, Pressesprecher der Deutschen Bank, erklärt: „Wir sind sehr zufrieden: In Osnabrück hat die SEPA-Umstellung auf Anhieb geklappt, denn wir haben das Thema SEPA unseren Geschäfts- und Firmenkunden sehr frühzeitig nahegebracht.“

Privatkunden seien bereits durch die vielen Briefen von Versicherungen, Vereinen und Dienstleistern mit dem Thema konfrontiert worden. Dazu gebe es viele Rückfragen bei der Bank. Unter dem Strich stellt Weik fest: „Das Gros unserer Kunden ist in Sachen SEPA gut unterwegs. Es gibt nur noch sehr wenige Nachzügler, die noch umstellen müssen.“


IBAN statt Kontonummer:

Seit dem 1. Februar 2014 müssen Vereine und Unternehmen für Zahlungen, etwa für Überweisungen, die IBAN (International Bank Account Number, internationale Kontonummer) nutzen. Sie ersetzt Kontonummer und Bankleitzahl und soll Zahlungen innerhalb Europas vereinfachen. Privatkunden können das alte System noch bis 2016 nutzen. Die IBAN hat 22 Stellen und ist immer gleich aufgebaut: Sie beginnt mit dem Länderkennzeichen – in Deutschland DE –, dann folgt eine Prüfziffer, die Bankleitzahl und die alte Kontonummer. SEPA steht für Single Euro Payments Area (Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum). Das Verfahren gilt in 28 EU-Staaten, Island, Liechtenstein, Norwegen, Monaco und der Schweiz. Der BIC (Bank Identifier Code) ersetzt die Bankleitzahl und muss nur noch bei grenzüberschreitenden Zahlungen bis Februar 2016 zusätzlich zur IBAN angegeben werden.

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