Medienkunst zum Thema Überwachung Osnabrücker European Media Art Festival startet am 23. April

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Osnabrück. Das neue Osnabrücker Medienkunstfestival beschäftigt sich mit dem Thema Überwachung. Der Titel: „We, the Enemy“.

Das European Media Art Festival (EMAF) 2014 verstehe sich damit explizit politisch, sagte Alfred Rotert von der Festivalleitung am 10. April 2014 während einer Pressekonferenz. Die Beiträge zu Ausstellung, Filmprogrammen und einer Konferenz sind nach seinen Worten „auf der Schnittstelle von Medien und Gesellschaft“ positioniert. Das Festival frage nach den Formen allgegenwärtiger Überwachung, die gegenwärtig im Namen der Sicherheit produziert werde. Dabei seien aber nicht nur staatliche Stellen im Spiel. Die Bürger produzierten Überwachung zum Teil selbst mit. „Wir sind alle Objekte der Überwachung, unsere Bürgerrechte werden eingeschränkt. Wir stehen unter dem Vorbehalt generellen Verdachts“, sagte Hermann Nöring, der die Ausstellung des EMAF kuratiert.

Die Ausstellung präsentiert den Angaben zufolge 19 Positionen der Medienkunst aus Deutschland, Japan, Russland, Israel und weiteren Ländern. Insgesamt 185 Filme laufen im Filmprogramm. Hinzu kommen weitere Beiträge im Kongressprogramm sowie dem Media Campus. Das Festival findet in Osnabrück in der Kunsthalle, dem Haus der Jugend, der Stadtgalerie sowie an weiteren Orten statt. Das Festival startet am 23. April und läuft bis zum 27. April 2014. Die Ausstellung läuft noch bis zum 25. Mai.

Mit Spannung wird dabei der Auftritt von Annie Machon erwartet. Die ehemalige britische Geheimagentin des MI5 hat seit den Neunziger Jahren öffentlich Auskünfte über die Arbeit Dr Geheimdienste gegeben. Sie sei damit eine der frühesten Whistleblowerinnen, sagte Alfred Rotert. Inzwischen unterstütze sie andere Whistleblower bei ihrer Arbeit. Zu den Beiträgern des künstlerischen Programms gehören Mischa Kuball und Omar Fast, der eine Arbeit präsentiert, die bereits bei der letzten Documenta 2012 in Kassel gezeigt worden war.

Nach den Worten von Alfred Rotert steht für dass EMAF 2014 insgesamt ein Etat von 420000 Euro zur Verfügung. Mit 193000 Euro steuert die von den Bundesländern Niedersachsen und Bremen getragene Nordmedia GmbH den größten Betrag zum Etat bei. Weitere Förderer sind unter anderen die Stadt Osnabrück mit 102000 Euro, das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 24000 Euro sowie die Stiftung Niedersachsen mit 15000 Euro. „Die Finanzierung des Festivals ist auch langfristig gesichert“, sagte Alfred Rotert.

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