20-jähriger Radfahrer getötet Erstes „Ghostbike“ in Osnabrück aufgestellt

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An der Unfallstelle Johannistorwall/Kommenderiestraße steht das neu aufgestellte „Ghostbike“. Foto: Gert WestdörpAn der Unfallstelle Johannistorwall/Kommenderiestraße steht das neu aufgestellte „Ghostbike“. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Am Donnerstagabend haben Fahrradaktivisten an der Ecke Johannistorwall/Kommenderiestraße erstmals in Osnabrück ein „Ghostbike“ aufgestellt. Das komplett weiß lackierte Fahrrad steht an der Stelle, an der am 4. März ein 20-jähriger Radler tödlich verunglückt war. Der Vater des Getöteten war dabei, als das Mahnmal für Vorsicht im Verkehr aufgestellt wurde, ein Vertreter der Stadt konnte aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen.

„Es ist ein erster Schritt“, sagte der Vater des Unfallopfers, als ihm der Fahrrad-Blogger und Initiator der Aktion , Daniel Doerk, den Schlüssel für das Schloss übergibt, mit dem das weiße Fahrrad gesichert ist. Über eine Stunde war der Vater vor den Aktivisten da, die nach Überwindung einiger Widerstände das erste „Ghostbike“ in Osnabrück aufstellten, um noch einmal die Stelle zu sehen, an der sein Sohn von einem abbiegenden Lastwagen übersehen und überrollt worden war.

Deshalb, und um die Fassung zu behalten, als Doerk, der Vorsitzende des ADFC Osnabrück, Uwe Schmidt, und zwei weitere Mitstreiter eine Plakette mit dem Todestag am Rahmen des „Ghostbikes“ befestigen. Um das Rad drapieren sie Kerzen und Blumen. Es ist eine kurze Zeremonie, inmitten von Verkehrslärm, ohne große Grußworte. Ein Vertreter der Stadt hatte es aus terminlichen Gründen nicht zu der Aktion geschafft.

Schnell kommt das Thema auf die Fahrradwege an der Kreuzung Johannistorwall/Kommenderiestraße. Das sehe mehr aus, wie „moderne Kunst“, denn wie eine übersichtliche Verkehrsführung, sagt der Vater des Unfallopfers. Das sieht auch Doerk so: „Wir haben nicht viele Möglichkeiten. Aber wir werden auch weiterhin auf ein klares Konzept drängen.“ Ein Ziel, das der Vater des 20-Jährigen teilt. „Ich könnte es mir nie verzeihen, wenn ich irgendwann höre, dass hier erneut ein Mensch stirbt. Und ich nach dem Tod meines Sohnes nicht versucht hätte, irgendwas zu unternehmen“. Er will deshalb den Kontakt mit der Stadt suchen.

Die hatte den Plänen für das Aufstellen des „Ghostbikes“ zunächst ablehnend gegenüber gestanden . Es wäre eine zusätzliche Ablenkung an einer ohnehin unübersichtlichen Stelle, gibt Doerk die Argumentation der Kommune wieder. Die Skepsis währte allerdings nicht lange, die Stadt gab schließlich doch grünes Licht für das Mahnmal . „Es ist ein Anfang“, sagt Doerk. „Ich wäre zufrieden, wenn es hilft, Unfälle zu vermeiden.“

Die Idee der Ghostbikes, – zu Deutsch Geisterräder – stammt aus den USA. Die weiß lackierten Räder werden in der Nähe von Unfallstellen aufgestellt – in Berlin seit immerhin sechs Jahren. Gut sichtbar und mit Unterstützung der Stadt, heißt es vom Berliner ADFC. Die Ghostbikes werden dort über Spenden und den Fahrrad-Club finanziert. Auch das „Ghostbike“ in Osnabrück wurde privat finanziert, das Fahrradschloss war eine Spende.


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