Tipps für den Sportunterricht DFB-Trainer besuchen Waldschule Lüstringen

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Osnabrück. Alle wollen gewinnen, doch es kann nur einen Sieger geben. Am Ende ist es ein wahres Foto-Finish in der Turnhalle der Waldschule: Mit nur wenigen Zentimern Vorsprung setzen sich die Grundschüler mit den orangefarbenen Leibchen gegen die blauen Nachwuchs-Fußballer durch. Ihr letzter Läufer erreicht als Erster mit Ball am Fuß die grüne Matte. Der Besuch des DFB-Mobils bereitet den Dritt- und Viertklässlern sichtlich Freude.

Doch nicht nur die Kinder sind mit Feuereifer bei der Sache: Auch die Sportlehrer machen bei den Übungen mit. Sie sollen unter Anleitung der beiden Trainer Ulrich Seidel und Freddy Humberg neue Anregungen für den Unterricht gewinnen.

Gespannt lauschen die 19 Schüler den Anweisungen von Freddy Humberg. „Den Ball eng am Fuß halten und dann sicher um die Bank dribbeln“, sagt der 19-jährige Oldenburger. Das lässt sich auch Angeline Retirado nicht zweimal sagen. Um vier gleich große Gruppen bilden zu können, hat sich die Sportlehrerin ein blaues Leibchen geschnappt – und unterstützt damit die Schalker gegen die anderen Teams: die Bremer in leuchtendem Grün, die Dortmunder in Gelb und die Bayern in Orange.

Doch trotz ihrer Hilfe reicht es nicht zum Sieg: Die Bayern sind es letztlich, die den Parcours am schnellsten bewältigen können. Humberg ist jedenfalls zufrieden mit dem Engagement der Schüler. „Sie machen sehr gut mit und hören auch auf das, was ich sage“, berichtet er. Bis zum 31. Juli ist er noch als Trainer beim DFB-Mobil tätig – danach endet sein Freiwilliges Soziales Jahr.

Zur Zielgruppe gehören auch Grundschullehrer: „Die haben ja oftmals gar nicht Sport studiert. Wir können ihnen helfen, mehr Bewegung in den Unterricht zu bringen“, berichtet Ulrich Seidel. Während Humbert die Kinder durch die Halle scheucht, ist der 70-Jährige am Hallenrand mit der Aufklärung der Lehrer beschäftigt. „Besonders wichtig ist die Koordination. Vor allem die muss im Sportunterricht geschult werden“, erzählt er.

Künftig mehr Bewegung und Spaß in den Sportunterricht bringen – das erhofft sich auch Alexandra Wilker von dem Besuch der beiden Trainer. „Ich will vor allem Kenntnisse gewinnen, wie ich den Unterricht spannender und auch kindgerecht gestalten kann. Ich möchte die Schüler auch besser motivieren können“, berichtet die 34-jährige Lehrerin. Um ihre eigene Motivation scheint es jedenfalls nicht schlecht bestellt zu sein: Als Retirado auf die „Ersatzbank“ wechselt, meldet sie sich freiwillig, um die Position ihrer Kollegin einzunehmen. Der Ball klebt ihr zwar am Fuß, aber trotzdem kann sie es nicht verhindern, dass die Schalker erneut den Kürzeren gegen die Bayern ziehen.

Auch die anderen Lehrer seien begeistert gewesen, als sie von dem Angebot des DFB erfahren haben, sagt Schulleiterin Martina Deakin. Und das sieht man auch: Gleich sieben Lehrer versammeln sich in der Sorthalle, um von dem früheren Gymnasiallehrer Seidel Anregungen für den Unterricht zu bekommen. „Dieser Tag soll bei Lehrern und Schülern Lust auf Sport wecken. Gleichzeitig ist es uns auch wichtig, die Mädchen besser in den Sportunterricht zu integrieren“, so die Direktorin. Das nötige Angebot sei an der Schule zumindest schon vorhanden: „Wir sind eine sehr sportfreundliche Schule. So decken wir mit unseren AGs viele Sportarten ab, wie zum Beispiel Akrobatik und Golf“, sagt Deakin.


Seit 2009 besucht der DFB mit seinen 30 Kleinbussen Fußballvereine und Schulen in ganz Deutschland. Allein im Weser-Ems-Gebiet fallen pro Jahr etwa 120 Besuche an. In Zweier-Teams rücken die Trainer an, die als Voraussetzung eine DFB-Trainerlizenz erworben haben müssen.

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