Zweite Haftbeschwerde Mordfall Erding: Osnabrücker Arzt muss verkaufen

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In diesem Ärztehaus in Erding betrieb der beschuldigte Frauenarzt aus Osnabrück eine Gemeinschaftspraxis. Foto: Hans MoritzIn diesem Ärztehaus in Erding betrieb der beschuldigte Frauenarzt aus Osnabrück eine Gemeinschaftspraxis. Foto: Hans Moritz

Osnabrück. Das Oberlandesgericht in München prüft gegenwärtig und letztinstanzlich die vorzeitige Freilassung des wegen dringenden Totschlagsverdachts in Untersuchungshaft sitzenden Frauenarztes aus Osnabrück. Am Freitag sei die Haftbeschwerde des Beschuldigten beim OLG eingegangen, teilte Gerichtssprecherin Andrea Titz der Neuen Osnabrücker Zeitung zu Wochenbeginn mit. Der Praxisanteil des Arztes steht inzwischen zum Verkauf.

Für die Entscheidung sei der 5. Strafsenat zuständig. Wann diese ergehen wird, vermochte die Sprecherin nicht zu sagen. „Das wird aber aller Voraussicht nach nicht mehr in dieser Woche sein“, sagte Titz. Der 54-jährige Gynäkologe aus Osnabrück, bis 2008 Chefarzt am hiesigen Marienhospital, wird dringend verdächtigt, Anfang Dezember 2013 im bayerischen Erding seine Ehefrau geschlagen und anschließend erwürgt zu haben . Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Landshut. Das dortige Landgericht hatte die Haftbeschwerde vor einigen Wochen in erster Instanz abgelehnt – in einer sehr knappen Entscheidung, wie Christoph Fellner, Sprecher des Landgerichts Landshut, sagte. Es gebe allerdings „sehr klare Hinweise“ auf die Täterschaft des Frauenarztes. Belege für den oft beschworenen unbekannten Mister X, der ins Haus eingedrungen sei, um die 54 Jahre alte Arztgattin zu töten, gebe es bislang nicht ansatzweise.

Wie unterdessen der Erdinger Anzeiger berichtet , steht der Anteil des Medizinprofessors an einer gynäkologischen Gemeinschaftspraxis in Erding zum Verkauf. Im Branchenblatt „Münchener Ärztliche Anzeigen“ (Ausgabe 5/2014) sei ein entsprechendes Inserat abgedruckt. Nach Recherchen des Erdinger Anzeigers bemühen sich die Familien des Tatverdächtigen und des Opfers um den Verkauf. Denn die Kassenärztliche Vereinigung, die das Recht hat, eine Lizenz nach einem halben Jahr ruhender ärztlicher Tätigkeit zurückzuholen, ist nach Angaben von Pressesprecherin Birgit Grain bislang nicht tätig geworden. Vermutlich geht es um viel Geld, denn alle laufenden Kosten des Praxisanteils des beschuldigten Frauenarztes müssen von der Familie des Tatverdächtigen getragen werden. Der Münchner Praxis-Makler und betriebswirtschaftliche Ärzteberater, der im Inserat genannt ist, sagte lediglich, dass er den Auftrag habe, erste Sondierungen vorzunehmen. „Es gibt Anfragen, konkret ist aber nichts.“


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