Verkehrssicherheit gewährleisten Stadt Osnabrück schließt Ghostbike am Wall nicht mehr aus


Osnabrück. Nachdem die Stadt ein Ghostbike am Wall zunächst abgelehnt hatte, zeigt sie sich jetzt kompromissbereit. Wenn die Verkehrssicherheit nicht gefährdet sei, ist ein Mahnmal in Form eines weiß gestrichenen Fahrrads vorstellbar, hieß es am Donnerstag gegenüber unserer Redaktion.

„Wir schließen das Aufstellen eines Ghostbikes nicht mehr kategorisch aus“, sagte Franz Schürings, Leiter des Fachbereichs Städtebau der Stadt Osnabrück. In der vergangenen Woche hatte die Stadt ein Ghostbike an der Kreuzung Johannistorwall/Kommenderiestraße noch abgelehnt . Die Stadt begründete ihre Position damals damit, dass das Rad vom Verkehr ablenke und deshalb kontraproduktiv sei. Mit dem Fahrrad soll an einen Anfang März tödlich verunglückten Radfahrer erinnert werden, so fordern es Fahrradaktivisten .

Schürings betonte allerdings, dass das Ghostbike so aufgestellt werden müsse, dass es Verkehrsteilnehmer nicht vom Verkehrsgeschehen ablenke. Den Vergleich mit an Landstraßen aufgestellten Kreuzen, die ebenfalls an umgekommene Verkehrsteilnehmer erinnern, lässt er nicht gelten. „In der Stadt hat man eine wesentlich höhere Verkehrsdichte, die Informationsflut ist dichter und dadurch ist die Unfallgefahr höher.“

Ghostbikes auch an anderen Stellen?

Unter anderem der ADFC Osnabrück hatte angekündigt, ein Rad möglicherweise in Eigenregie auch gegen den Willen der Stadt aufzustellen. Schürings sagte am heutigen Donnerstag: „Falls so etwas geplant ist, bitte ich um Rücksprache mit der Stadt.“ Ob sich die Stadt nach ihrem Positionswechsel nun auch finanziell und organisatorisch an der Aufstellung beteiligen will, ließ Schürings offen. Das müsse erneut besprochen werden.

Aus Sicht der Stadt spricht nun ebenfalls nichts mehr dagegen, auch an anderen Stellen Ghostbikes aufzustellen. So hatte es am Mittwoch der ADFC in einem Gespräch mit unserer Redaktion gefordert.Schürings: „Da muss jeder Einzelfall geprüft werden.“

Der Blogger und Fahrradaktivist Daniel Doerk , der die Idee zum Aufstellen eines Ghostbikes hatte, freut sich über die neue Position der Stadt: „Es ist schön, wenn viele Seiten mit im Boot sind. Jetzt müssen wir mal gucken, was passiert.“ Der ADFC Osnabrück will in der kommenden Woche über das weitere Vorgehen beraten. „Möglicherweise werden wir schon im April ein Ghostbike an der Kreuzung Johannistorwall/Kommenderiestraße aufstellen, sagte der Vorsitzende Uwe Schmidt.

Die Idee der Ghostbikes stammt aus den USA. In Städten wie Hamburg und Berlin sind bereits Ghostbikes aufgestellt worden, die an tödlich verunglückte Radfahrer erinnern.


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