Mahnmal am Wall ADFC Osnabrück fordert Ghostbikes an Unfallstellen

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Osnabrück. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Osnabrück unterstützt die Idee, an der Kreuzung Johannistorwall/Kommenderiestraße ein Ghostbike aufzustellen. Darüber hinaus sprach sich der ADFC Osnabrück gegenüber unserer Redaktion dafür aus, überall dort, wo Radfahrer bei Verkehrsunfällen umgekommen sind, mit einem entsprechenden Mahnmal zu erinnern.

19 Radfahrer sind seit dem Jahr 2000 in der Stadt Osnabrück bei Unfällen tödlich verunglückt. Der Osnabrücker Fahrradaktivist und Blogger Daniel Doerk hatte ein Ghostbike an der Kreuzung Johannistorwall/Kommenderiestraße gefordert. Dort war Anfang März ein 20-jähriger Radfahrer bei einem Unfall mit einem Lkw umgekommen. Die Stadt teilte mit, sie werde ein Ghostbike nicht unterstützen. Sie befürchtet, Verkehrsteilnehmer könnten durch das weiß gestrichene Fahrrad abgelenkt werden.

Der Vorsitzende des ADFC Osnabrück, Uwe Schmidt, unterstützt dagegen den Vorschlag: „Ghostbikes erinnern an die toten Radfahrer und regen alle Verkehrsteilnehmer zum Nachdenken an.“ Er schlug vor, überall Ghostbikes aufzustellen, wo Radfahrer im Straßenverkehr tödlich verunglückt sind. Das allein reiche natürlich nicht, um Unfälle zu verhindern. „Das Klima für Radfahrer in Osnabrück ist nicht besonders toll“, sagte Schmidt. Er forderte, in der Innenstadt eine generelle Tempo-30-Zone einzurichten. „Ausnahmen sind Ausfallstraße wie die Hannoversche Straße. Dort ist Tempo 50 realistisch.“ Lkw sollten in der Stadt grundsätzlich nicht fahren, so Schmidt weiter.

ADFC erwartet keine Hilfe von Stadt

Schmidt sagte, der ADFC wolle das Aufstellen von Ghostbikes finanziell und organisatorisch unterstützen. Von der Kommune erwartet er keine Hilfe. „Die Stadt ist klamm und hat ohnehin kein Geld.“ Für die Argumentation der Stadt, ein Ghostbike lenke Verkehrsteilnehmer ab, hat er kein Verständnis. „Auf Radwegen in Osnabrück stehen Schilder, da sagt die Stadt nicht, dass das gefährlich ist.“

Rechtlich hält er das Aufstellen eines Ghostbikes für unproblematisch. „Ein verkehrstüchtiges weiß gestrichenes Rad aufzustellen, ist ja nicht verboten.“ Die Polizei sagte auf Anfrage unserer Redaktion, die Angelegenheit obliege der Verkehrsbehörde der Stadt Osnabrück. Aus polizeilicher Sicht dürfe kein Gegenstand in den Verkehr gestellt werden, der eine Gefahr darstellt. Ob ein Ghostbike darunter fällt, ließ die Polizei offen. Die Stadt war für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen.


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