Augenschmeichler in der City Architektur in Osnabrück: Das Theaterfoyer

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Osnabrück. Keine Stararchitektur, aber ein guter Dienstleister: Das Theaterfoyer überzeugt mit Geschmack und Nutzwert. Wir analysieren den Bau in unserer Serie „Architektur in Osnabrück“.

Osnabrück. Der Klügere gibt nach. Das gilt nicht nur für Menschen, sondern manchmal auch für Bauwerke – und zwar für solche, die sich nicht selbst in den Vordergrund spielen, sondern ihrem Zweck bestens dienen.

Das neue, 2011 eröffnete Foyer des Theaters Osnabrück ist so ein Bauwerk. Es bietet sich als unaufgeregte, aber gut gemachte Zweckarchitektur dar. Der große Pluspunkt des neuen Foyers: Es ersetzt das alte. Bis 2011 wirkte der alte Foyerbau mit seiner ruppigen Betonoptik wie ein Flegel in gesitteter Umgebung von Theater und Dom. Das haben die Architekten des Essener Büros „Architekten Brüning Rein“ gründlich geändert. Endlich.

Die beiden wichtigsten Entscheidungen galten dabei dem Material und den Fensterschnitten. Die Architekten entschieden sich für einen Backsteinklinker, der sich mit seiner dezenten Farbgebung bestens in das gebaute Umfeld einfügt. Vor allem die Harmonie mit der Jugendstilfassade des 1909 errichteten Theaterbaus ist nun hergestellt. Zweiter Punkt: Die Baumeister setzten gut gewählte, obendrein glatt eingepasste Fensterschnitte. Das größere der beiden Fenster führten sie dabei über die dem Theatervorplatz und Domplatz zugewandte Gebäudeecke.

Damit entsteht für die Besucher ein opulenter Ausblick auf eine von Osnabrücks guten Stuben. Nicht nur hier tritt das Foyergebäude dezent hinter Wirkungen zurück, die anderen Bauwerken und zuletzt dem ganzen Stadtraum gelten. In diesem Zusammenhang versteht sich von selbst, dass der Foyerbau dem Haupthaus des Theaters nun keine unnötige optische Konkurrenz mehr macht.

Und das ist nicht alles. Die Architekten haben auch dafür gesorgt, dass das neue Haus nicht nur nach aktuellen Energiestandards funktioniert. Es bietet seit der Umgestaltung auch entschieden mehr Nutzwert. Unten ein großzügiges Foyer, oben ein zweites Foyer, das mit Podestbühne sogar für kleine Aufführungen taugt – so avanciert das Haus erst recht zum Gewinn.

Muss da noch betont werden, dass sich Besucher in diesem Gebäude bestens aufgehoben fühlen? Natürlich nicht. Kleiner Minuspunkt in der runden Bilanz: Ein Architekturjuwel ist das Foyergebäude nicht geworden. Aber genau das sollte es ja auch nicht unbedingt sein.

Metropolencharakter:

Drei von sechs Sternen

Stadtbildfaktor:

Vier von sechs Sternen

Wohlfühlfaktor

Sechs von sechs Sternen

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