Kultur für alle und ohne Regen Osnabrück: Gesellschaftshaus geht „Von null auf 20“

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Vollen Einsatz an der Tröte, gute Laune an der Quetsche zeigte das Duo Flexibile zur Eröffnung. Foto: Uwe LewandowskiVollen Einsatz an der Tröte, gute Laune an der Quetsche zeigte das Duo Flexibile zur Eröffnung. Foto: Uwe Lewandowski

mstr Osnabrück. „Gute Ideen, gute Leute und gute Unterstützung“, fasste Imke Wedemeyer am Sonntag die Voraussetzungen für erfolgreiche Kulturarbeit zusammen. Sie ist Geschäftsführerin des Vereins Piesberger Gesellschaftshaus, der seit 1994 kulturell Interessierten aller Altersgruppen Naturerleben, Theater an ungewöhnlichen Orten, Musik und Kunst mit hoher Qualität bietet.

Anlässlich des 20. Geburtstags des Vereins in diesem Jahr zeigt dieser zur Saisoneröffnung des Piesberger Sonntagscafés im Gesellschaftshaus jetzt die Foto-Ausstellung „Von null auf 20“, die auf künstlerische Weise einen Querschnitt der vielfältigen Vereinstätigkeiten gibt.

Die Eröffnung leitete das kuriose Duo Flexibile ein: Tom Tröte und Kapitän Quetsche verpackten die Geschichte des Jazz in reichlich Seemannsgarn und zeigten mithilfe verjazzter Versionen bekannter Songs, wie sich verschiedene Stile entwickelten.

Einen großen Teil des Programms improvisierten die beiden versierten Musiker, die mehrere Instrumente beherrschen: Tom Tröte griff zu Posaune und Gitarre, Kapitän Quetsche bediente Kontrabass und – ganz der Seemann – Akkordeon. Die beiden bezogen das Publikum, das auch bei schwierigen Passagen fast unfallfrei mitsang und -klatschte, von Beginn an mit ein. Ein kleines Glücksrad mit sechs Musikrichtungen, das Kinder aus dem Publikum drehen durften, lieferte dem Duo Impulse. Dem erwachsenen Publikum gefiel die Vorstellung mindestens genauso gut wie den Kleinen; beim Mitsingen waren eindeutig Erwachsenenstimmen zu hören.

Zur Eröffnung der Ausstellung gab Daniela Barlag, früher Leiterin des Projektbüros Piesberg, einen Überblick über die positive Entwicklung der Kulturarbeit im Umfeld des Gesellschaftshauses von der Gründung 1994 bis heute. Barlag sprach Geschäftsführerin Wedemeyer großes Lob aus – „das Herz und die Seele des Piesberger Gesellschaftshauses“ – und machte die Zuhörer auf einen besonderen Umstand aufmerksam: „Wenn man etwas zusammen mit Imke organisiert, gibt es niemals Regen.“

Dieses Phänomen trat auch am Sonntag auf: Der Regen kam erst, als die Veranstaltung bereits in trockenen Tüchern war, sodass die Gäste Fotos angucken und dann draußen ein wenig Sonne genießen konnten.

Die Ausstellung zeigt unter anderem Bilder von Installationen und verschiedenen Theaterproduktionen, die im Dunstkreis des Gesellschaftshauses stattgefunden haben; anschauliche Schnappschüsse von Bauarbeiten am Haus und auf dem Gelände dokumentieren den kontinuierlichen Prozess, in dem der Verein das historische Gebäude instand hält. Die Auswahl der vielfältigen Motive aus einem enormen Fundus an Aufnahmen trafen Imke Wedemeyer und Fotografin und Grafikerin Marianne Clausmeier. Da einige Bilder sich auch in den Toilettenräumen befinden, gab Wedemeyer den Besuchern ausdrücklich die Erlaubnis, die Klos des jeweils anderen Geschlechts zu besuchen – ausnahmsweise. Die Ausstellung wird voraussichtlich bis in den Herbst zu sehen sein.


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