Der Online-Handel boomt DHL will Paketzentrum in Osnabrück bauen

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Ein DHL-Paketverteilzentrum soll an der abknickenden Vorfahrt im Hasepark entstehen.  Foto: Michael GründelEin DHL-Paketverteilzentrum soll an der abknickenden Vorfahrt im Hasepark entstehen. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Der Boom im Online-Handel lässt die Paketdienste expandieren. Jetzt will die Deutsche Post DHL im Hasepark ein Paketzentrum bauen. Bei der Stadt läuft zurzeit ein Baugenehmigungsverfahren. Eine Verkehrsuntersuchung kommt zu dem Schluss, dass die Straßen in der Umgebung die Mehrbelastung auffangen können.

Überall in Deutschland baut DHL mechanisierte Zustellbasen. Die eingebaute Verteilanlage ordnet die Sendungen automatisch dem entsprechenden Zusteller in Kastenrutschen zu, die bis zu 200 Sendungen fassen. Bisher wurde das per Hand erledigt. Pressesprecherin Maike Wintjen weist darauf hin, dass so eine schnellere Auslieferung möglich werde. Zudem sei das neue Konzept rückenschonend für die Mitarbeiter. Nach Auskunft der Deutschen Post DHL investiert der Konzern dafür bundesweit 750 Millionen Euro.

Ein passendes Grundstück in Osnabrück ist schon gefunden. Es liegt an der abknickenden Vorfahrt in der Südostecke des Haseparks, einer Industriebrache auf dem früheren Stahlwerksgelände. Nach den Vorstellungen des Investors, eines Hamburger Projektentwicklers, soll die Straße „An der Rosenburg“ als Sackgasse nach Süden verlängert werden, um das neue DHL-Zentrum anzuschließen.

Es liegt nahe, dass die Ansiedlung eines Paketverteilzentrums mehr Verkehr erzeugen wird. Ist das zumutbar für die Menschen im Stadtteil? Mit dieser Frage hat die Stadt das Planungsbüro Hahm beauftragt. Vor dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt zogen die Verkehrsplaner Thorsten Brandt und Berthold Uphoff am Donnerstag das Fazit, die Belastung werde „relativ moderat“ bleiben.

Nach aktuellen Zählungen fahren stündlich 700 bis 800 Autos in den Morgen- und Abendspitzen durch den Hasepark. Das neue Paketverteilzentrum werde „relativ wenig Verkehr“ erzeugen, rechnete Thorsten Brandt vor – etwa 1600 Fahrten pro Tag. Fünf große Lkw pro Tag würden das Zentrum beliefern, maximal 90 Kleintransporter seien dann tagsüber in der Stadt unterwegs. Die meisten würden zwischen 6.30 und 9.45 Uhr das Haus verlassen. Am Standort selbst würden bis zu 50 Angestellte in einer Schicht arbeiten.

Die Anbindung an das vorhandene Straßennetz wird nach den Worten des Verkehrsplaners relativ unproblematisch sein. Lediglich die Verknüpfung mit der Buerschen Straße sei „etwas schwierig, aber lösbar“, wie Brandt ausführte. „Da müssen wir uns noch mit beschäftigen“, kündigte die städtische Verkehrsplanerin Heike Stumberg an.

Für sie hat die Untersuchung schon einmal Klarheit gebracht, dass die abknickende Vorfahrt im Hasepark ausreicht, um den Verkehr zu bewältigen. Im Falle einer stärkeren Belastung durch das DHL-Zentrum hätten die Planer für den Knotenpunkt einen Kreisverkehr favorisiert.


Hasepark

Eine Epoche ging zu Ende, als es am 27. Mai 1988 zum letzten Abstich im Hochofen des Osnabrücker Stahlwerks kam. Nach 120 Jahren wurde in Osnabrück kein Stahl mehr produziert. Was vom einstmals riesigen Klöckner-Werk blieb, war nur das mechanische Bearbeitungszentrum der Firma Magnum, die seit 1998 zur Georgsmarienhütte Holding gehört.

Die Lücke, die der Strukturwandel Ende der 80er Jahre in die Osnabrücker Industrielandschaft gerissen hat, wurde bald auch im Stadtbild sichtbar. Großflächig machten die Abrissbagger das Klöckner-Gelände dem Erdboden gleich. So entstand der Hasepark, ein Gewerbegebiet in grüner Umgebung. Die Hoffnung der Stadt, dass sich schnell neue Betriebe auf der innenstadtnahen Fläche ansiedeln würden, ging jedoch nicht auf. Den Hauptgrund dafür sehen Stadtplaner und Politiker in den Preisvorstellungen des Grundstückseigentümers, einem Münchner Immobilienkaufmann.

Inzwischen sind im Hasepark Verwaltungsgebäude, Verbrauchermärkte und Autohäuser entstanden, aus einer früheren Werkshalle wurde die Alex Skate Hall. Auch wenn DHL das neue Paketzentrum baut – im Hasepark klaffen weiterhin große Lücken.

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