VCD: Zeitverlust nur minimal ICE der Bahn zeigen Osnabrück die kalte Schulter

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Schnellstmöglich durch Osnabrück: Jeden Tag passieren vier Züge den Hauptbahnhof, ohne hier zu halten. Foto: Michael GründelSchnellstmöglich durch Osnabrück: Jeden Tag passieren vier Züge den Hauptbahnhof, ohne hier zu halten. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Es passiert jeden Morgen gegen 7.50 Uhr: Der ICE 1094 von Hamburg nach Köln bremst ab, rollt durch den Hauptbahnhof – und lässt Osnabrück links liegen. Zehn Minuten später rauscht der ICE 1095 in der Gegenrichtung durch, ebenfalls ohne Halt. „Sprinter“ nennt die Bahn ihre schnellen Verbindungen, die sich vornehmlich an Geschäftsreisende zwischen den Ballungszentren richten sollen. Der Verkehrsclub Deutschland Osnabrück (VCD) setzt sich dafür ein, dass sie in der Hasestadt halten.

Jede Stunde eine Intercity-Verbindung nach Norden und eine nach Süden – auch Jörn Keck vom VCD findet, dass Osnabrück damit eigentlich ganz gut bedient ist. Dennoch sieht er gute Gründe dafür, dass die Sprinter hier einen zusätzlichen Halt einlegen sollten. Die Zeitersparnis – etwa eine halbe Stunde zwischen Köln und Hamburg – gehe im Wesentlichen auf eine Abkürzung bei Bremen zurück.

Die Hansestadt an der Weser wird von den schnellen Zügen nämlich ebenfalls nicht bedient. Damit können sich die Züge die langsamere Passage durch Bremen sparen. In Osnabrück stelle sich diese Frage nicht, meint Keck, und bei der Durchfahrt müssten die Züge ohnehin abbremsen. Ein zusätzlicher Halt koste somit nur zwei bis drei Minuten und falle nicht ins Gewicht. Er biete aber einige Vorteile, die der Bahn zusätzliche Kunden bescheren könnten. So lasse sich mit den beiden Intercitys 2407 und 2417 freitags und sonntags eine umstiegsfreie Verbindung von Flensburg, Rendsburg und Schleswig nach Osnabrück herstellen.

Keck hofft, dass die Deutsche Bahn seine Anregungen in den nächsten Fahrplan aufnimmt, der zurzeit vorbereitet wird. Er hat auch die örtlichen Landtags- und Bundestagsabgeordneten gebeten, sich dafür einzusetzen.

Negativ für die Fahrgäste

Doch bei der Bahn gibt es andere Prioritäten: „Ein Halt dieser ICE-Sprinter in Osnabrück würde die kurze, attraktive Fahrzeit zwischen den Ballungszentren verlängern“, sagt Pressesprecherin Sabine Brunkhorst vom DB-Regionalbüro Hamburg. Davon wären mehr durchfahrende Fahrgäste negativ betroffen, als Kunden aus Osnabrück davon profitieren würden, erklärte sie auf Anfrage unserer Zeitung.

Brunkhorst weist zudem darauf hin, dass am Wochenende weitere IC- und ICE-Züge zwischen Hamburg und Köln unterwegs seien, „um in den nachfragestarken Zeitlagen die im Stundentakt verkehrenden Züge zu verstärken“. Diese Züge führen außerhalb des Taktverkehrs, und da sei es schwierig, sie in die engen, noch verfügbaren Zeitfenster auf den bereits dicht belegten Strecken und Bahnknoten einzupassen.

Schon deshalb müssten einzelne dieser zusätzlichen Züge „schnellstmöglich Osnabrück passieren und können dort leider nicht halten“. Für Fernverkehrsreisende von und nach Osnabrück gebe es aber zeitnah attraktive Alternativverbindungen.


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