In Partei BIG überführt Islamische Kleinpartei MDU löst sich auf

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Die Muslimisch Demokratische Union (MDU) hat sich aufgelöst. Screenshot/NOZ: www.mdu-niedersachsen.deDie Muslimisch Demokratische Union (MDU) hat sich aufgelöst. Screenshot/NOZ: www.mdu-niedersachsen.de

Osnabrück. Die Muslimisch Demokratische Union (MDU) hat sich aufgelöst. Die in Osnabrück gegründete Kleinpartei war die erste islamische Partei, die in Deutschland zu Wahlen antrat. Damit machte sie 2011 bundesweit Schlagzeilen.

Nun hat die MDU nach eigenen Angaben fast alle ihrer 250 Mitglieder in die Partei Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit (BIG) überführt. Das bestätigte der bisherige MDU-Bundesvorsitzende Bilal Uwe Wilbert auf Anfrage. Er und Shamzad Quammar würden als kooptierte Mitglieder in den Bundesvorstand der BIG-Partei wechseln.

Die MDU war 2011 erstmals bei der niedersächsischen Kommunalwahl angetreten. Die islamische Partei erreichte in Osnabrück 0,84 Prozent der Stimmen. Zur Bundestagswahl war die MDU nicht zugelassen. Für kurze Zeit stand ein demokratiefeindliches islamisches Rechtsgutachten, Fatwa genannt, auf ihrer Internetseite. Daher wurde die MDU 2012 zeitweilig vom niedersächsischen Verfassungsschutz beobachtet. Nachdem die Fatwa vom Netz genommen wurde und sich der Verdacht auf islamistischen Extremismus nicht erhärtete, stellte die Sicherheitsbehörde ihre Beobachtungen ein.

Das BIG verfolgt nach Angaben Wilberts ähnliche Ziele wie die MDU, die Partei trage jedoch in ihrem Namen bewusst nicht die Bezeichnung „muslimisch“. Die Gruppierung hat sich „ Veränderungen unserer multikulturellen und pluralen Gesellschaft“ zum Ziel gesetzt. Auch das BIG wurde von Muslimen gegründet. Sie hat zwei Mandate im Bonner Stadtrat. Einen Sitz davon hat der Bundesvorsitzende Haluk Yildiz.


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