„Kontraproduktiv“ Stadt Osnabrück will kein Ghostbike am Wall


Osnabrück. Ein 20-jähriger Radfahrer ist Anfang März an der Kreuzung Johannistorwall/Kommenderiestraße tödlich verunglückt. Die Idee, an der Stelle ein Ghostbike aufzustellen, will die Stadt nicht unterstützen.

Das bestätigte Franz Schürings, Leiter des Fachbereichs Städtebau, am Mittwoch gegenüber noz.de. Er hält ein Mahnmal in Form eines weiß gestrichenen Fahrrads für „kontraproduktiv“. Vorgeschlagen wurde das Ghostbike von dem Osnabrücker Fahrradaktivisten und Blogger Daniel Doerk . Doerk ist Mitglied am Runden Tisch Radverkehr der Stadt Osnabrück.

Die Idee des Ghostbikes stammt aus den USA. Die herrenlosen Räder sollen an im Straßenverkehr verunglückte Radfahrer erinnern. „Gleichzeitig können sie auch auf mögliche Gefahrenpunkte hinweisen“, sagt Doerk.

Idee nicht vom Tisch

Genau das sieht die Stadt anders. „Weiß gestrichene Räder lenken vom Verkehrsgeschehen ab“, sagt Schürings. Die Verkehrssituation an der Kreuzung sei ohnehin „unfallträchtig“. Am 4. März kam es dort zu dem Unfall , bei dem der Radfahrer von einem Lkw überrollt wurde.

Doerk überzeugt die Argumentation der Stadt nicht. „Auch an anderen Stellen stehen auffällig lackierte Räder, ohne dass es zu Unfällen kommt.“ Einen Standort für das Ghostbike hat er auch schon ausgemacht: an einem Beet, das an der Kreuzung angelegt ist. „Schon heute werden an dem Zaun regelmäßig Fahrräder angekettet“, so Doerk.

Die Idee vom Ghostbike sei noch nicht vom Tisch. „Dass die Stadt die Idee nicht fördern will, heiß ja nicht automatisch, dass sie es verbietet“, sagt Doerk. Ein verkehrstaugliches Rad an einer Kreuzung abzuschließen sei ja nicht verboten. Die Stadt war am Mittwoch nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.


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