Im BBK-Kunstquartier Kunst von Elisabeth Lasche und Eva Volkhard

Elisabeth Lasche und Eva Volkhardt vor einem Gemälde im BBK-Kunstquartier. Foto: Klaus LindemannElisabeth Lasche und Eva Volkhardt vor einem Gemälde im BBK-Kunstquartier. Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück. Der menschliche Körper, von Eva Volkhardt in Sandstein gehauen, korrespondiert in einer neuen Ausstellung des Bundes Bildender Künstler BBK mit großformatigen Landschaften und Bodenbildern von Elisabeth Lasche. „Wenn es still ist, geschieht am meisten“ lautet der Titel der Partnerschau von zwei BBK-Mitgliedern aus Bielefeld, die heute Abend eröffnet wird.

Ein wenig ähneln sie antiken Skulpturen, die im Laufe der Jahrtausende lädiert wurden, Kopf oder Arme verloren haben. Doch während es bei den Antiken der Zahn der Zeit war, der sie verstümmelte, so verfährt Eva Volkhardt genau umgekehrt. Sie sucht sich Sandsteinbrocken und -stücke, die in Steinmetzbetrieben während des Arbeitsprozesses übrig bleiben, und lässt sich von Form und Gestalt inspirieren.

Bruchstellen, Quarzadern und Risse regen ihre Fantasie an, bis sie weiß, wie ihre Skulptur auszusehen hat. So entstehen diese fragmentarischen Torsi, die den Eindruck vermitteln, als verdankten sie ihre Genese einem Zerstörungsprozess: Schönheit zwischen schroffen, steinernen Bruchflächen.

Volkhardts Sandsteinskulpturen treten im Kunstquartier in einen Dialog mit den Bildern, die Elisabeth Lasche in Acrylmischtechnik malt. Das bedeutet, dass sie Acrylfarben mit Sand mischt, diese in bis zu 30 Arbeitsschritten schichtet, bis eine grobe, fast reliefartige Oberfläche entsteht. Abstrakte Landschaften oder Straßenbeläge kreiert sie oder ein düster-filigranes Bild, mit dem sie den Visionen eines Caspar David Friedrich nacheifert.

„Wenn es still ist, geschieht am meisten“ nannten die beiden Künstlerinnen ihre Ausstellung. Der Titel ist als Aufforderung gedacht, sich intensiv auf den Dialog der Arbeiten einzulassen. Vielleicht entstehen dann tatsächlich Geschichten im Kopf, wenn man das feine Antlitz betrachtet, das sich aus einem groben Stein herausbildet. – vor dem Hintergrund des vierteiligen Bildes „Loss Of Paradise“, bei dessen Entstehung Elisabeth Lasche an eine Wiese dachte, auf der sie in ihrer Kindheit glückliche Stunden verbrachte.

BBK Kunst-Quartier (Bierstraße 33): „Wenn es still ist, geschieht am meisten“. Skulpturen von Eva Volkhardt, Malerei und Holzschnitte von Elisabeth Lasche. 14. März (Eröffnung um 19 Uhr) bis 12. April, Di. – Fr. 14–18 Uhr, Sa. 11–16 Uhr. Infos unter www.bbk-osnabrueck.de


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