zuletzt aktualisiert vor

Plus für die gesetzliche Rente Rente: Freiwillige Einzahlungen bringen oft mehr als eine private Sofortrente

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

<em>Übersicht</em> der Zahlungen und Ansprüche. Grafik: BialloÜbersicht der Zahlungen und Ansprüche. Grafik: Biallo

Osnabrück. Freiwillige Rentenbeiträge für 2012 müssen bis zum 2. April 2013 bei der Deutschen Rentenversicherung eingehen. Das kann sich gerade für Bessergestellte und Selbstständige richtig lohnen.

Mögliche Einzahler: Freiwillig einzahlen können nahezu alle, die noch keine Rente erhalten und in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) nicht pflichtversichert sind. Also beispielsweise Selbstständige, Hausfrauen oder -männer, aber auch Anwälte, Steuerberater oder Ärzte, die über eine Kammer rentenversichert sind. Auch wer bereits eine Rente wegen Erwerbsminderung oder eine Altersteilrente erhält, kann sich freiwillig versichern. Die freiwilligen Beiträge zählen dann mit, wenn die Betroffenen später die volle Altersrente erhalten.

Lohnenswert ist die Einzahlung auch für baldige Rentner, die etwa schuldenfrei sind und kurz vor Rentenbeginn eine Lebensversicherung ausgezahlt bekommen. Sie können einen Teil des Geldes nutzen, um dauerhaft und risikolos ihr Altersruhegeld aufzubessern.

Beitragshöhe: Für 2012 müssen pro Versicherungsmonat mindestens 88,20 Euro gezahlt werden, höchstens können es 1097,60 Euro sein. Dazwischen können sich freiwillig Versicherte die Beitragshöhe aussuchen – ganz wie sie wollen. 2013 liegen die Monatsbeiträge zwischen 85,05 und 1096,20 Euro.

Rentenansprüche: Freiwillige Beiträge sichern manchmal erst den Anspruch auf Altersrente. Um zum regulären Rentenalter (derzeit 65 Jahre und zwei Monate) eine Altersrente zu bekommen, müssen mindestens fünf Versicherungsjahre nachgewiesen werden. Wer auf weniger als fünf Jahre kommt, kann die fehlende Zeit durch freiwillige Beiträge „auffüllen“. Das gilt genauso für die „Wartezeit“ von 35 Jahren. Nur wer diese erfüllt, kann bereits mit 63 die vorzeitige Altersrente für langjährig Versicherte erhalten.

Rentenhöhe: Freiwillige Beiträge steigern zudem die Rente. Als Faustregel gilt: 1000 Euro an Beitrag pro Jahr bringen später rund 53 Euro jährlich (4,40 Euro monatlich) mehr an Rente. Angesichts der gesunkenen Renditen der privaten Rentenversicherungen sind freiwillige Beitragszahlungen an die GRV gerade für rentennahe Jahrgänge lukrativ. Ein Beispiel: Ein freiwillig Versicherter will im Juli 2013 in Altersrente gehen. Von Januar 2012 bis Juni 2013 zahlt er jeweils die höchstmöglichen freiwilligen Monatsbeiträge ein. Das sind insgesamt 19748 Euro für die 18 Monate. Er erhält dann ab Juli 2013 eine um 86,81 Euro höhere Monatsrente. Hinzu kommt noch die jährliche Rentensteigerung.

Vergleich mit Sofortrente: Eine Einzahlung des gleichen Betrags in eine private Sofortrente bringt einem 65-Jährigen beim Spitzenreiter des Biallo-Vergleichsrechners (Europa Versicherung, Tarif: E-R1) eine Monatsrente von 75,91 Euro. Bei der Privatrente ist für ihn innerhalb der nächsten zehn Jahre eine Rentensteigerung von 17,7 Prozent prognostiziert. Zum Vergleich: Die Bundesregierung sagt bei den gesetzlichen Renten in diesem Zeitraum bei der „mittleren Lohnvariante“ eine Steigerung von 25,9 Prozent voraus.

Sozialversicherungsbeiträge: Von der gesetzlichen Rente gehen allerdings bei Pflichtversicherten rund zehn Prozent als Beiträge an die Kranken- und Pflegeversicherung. Diese Beiträge fallen bei der Sofortrente nicht an, außer bei freiwillig gesetzlich Krankenversicherten.

Steuer: Dafür gibt es bei der Steuer ein deutliches Plus für die freiwilligen Beiträge zur GRV. Diese können 2013 zu 76 Prozent von der Steuer abgesetzt werden. Ein Selbstständiger, der in diesem Jahr 19748 Euro in die GRV einzahlt, kann damit gut 15000 Euro von der Steuer absetzen. Bei einem Steuersatz von 30 Prozent bringt dies eine Steuerersparnis von 4500 Euro. Einzahlungen in die Sofortrente können dagegen in der Regel nicht steuerlich geltend gemacht werden. Die Sofortrente punktet dafür in der Zeit des Rentenbezugs durch eine niedrigere Steuerbelastung. Das bringt allerdings aufgrund der insgesamt niedrigeren Einkünfte im Alter meist nur relativ wenig.

Thema der nächsten Woche: Aktien und Fonds.

Weitergehende Informationen zu freiwilligen Rentenbeiträgen


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN