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10.03.2014, 12:47 Uhr KOLUMNE

Der eigene Kleingarten (6): Endlich Frühling!

Von Jörg Sanders



Osnabrück. Mehrere Monate hat der Garten von meiner Freundin und mir in der Deutschen Scholle in Osnabrück brachgelegen. Bei 22 Grad am Sonntag startete nun endlich die Gartensaison. Ein hartes Stück Arbeit lag vor uns: das Anlegen der Gemüsebeete. Ob wir das richtig gemacht haben? Der Kommentar einer Spaziergängerin ließ anderes vermuten.

Zuletzt waren wir Anfang November im Garten aktiv. Zwei Gemüsebeete haben wir darin, die kaum noch als solche zu identifizieren waren. Der Vorpächter hatte sie ein Jahr lang nicht bewirtschaftet. So war dort inzwischen mehr Gras gewachsen als auf unseren eigentlichen Rasenflächen, der wiederum mehr als Moosflächen durchgehen. Also hieß es am Sonntag: Die Grasnarbe muss weg, die Beete umgegraben werden. Schließlich möchten wir dort einiges pflanzen, etwa Kartoffeln, Rote Beete und Hokkaido. Unser schlaues Gartenbuch erwies sich als weniger schlau als gehofft.

YouTube statt Fachlektüre

Aber zum Glück gibt es ja YouTube. Mit der Schaufel in der Hand suchten wir ein entsprechendes Video und stießen auf den „Selbstversorgerkanal“. Dieser gibt Tipps, die an die „Sendung mit der Maus“ erinnern. Frohen Mutes gingen wir ans Werk, wobei Arme, Beine und Rücken bereits nach etwa drei Minuten schmerzten. Ein süßer Schmerz.

Erste Zweifel

Doch dann, die ersten Zweifel: Nach einiger Zeit des Grasabtragens und Umgrabens kam eine Spaziergängerin kam vorbei, schmunzelte kurz und sagte in meine Richtung: „Wenn Sie so gar nicht wissen, was Sie da tun, kann man sich hier auch Rat holen.“ Um dann sofort von dannen zu ziehen. Sprach sie in Zungen? War die Anleitung des „Selbstversorgerkanals“ auf YouTube doch falsch? Es war mir egal, ich wollte graben. Nach zwei Stunden endlich eine Ablenkung: Besuch.

Chillen mit Erdbeerkuchen

Wie immer bekamen wir auch dieses Mal Besuch von Freunden, die Kuchen mitbrachten. So will es der Brauch. Tische und Stühle schnell aufgebaut, um den frischen Erdbeerkuchen in der Sonne zu genießen. Die kleine Tochter des befreundeten Paares genoss es sichtlich, zu graben und Blumen zu gießen – oder einfach auf ihnen herumzutrampeln. Es sei ihr verziehen.

Um 17 Uhr hatten wir alle genug vom Umgraben, obgleich wir erst ein Beet geschafft hatten. Auf der einen Seite (auch geografisch) der blanke Stolz des Erreichten, auf der anderen Seite (ebenfalls geografisch) der ernüchternde Anblick des zweiten Beets, das noch immer mehr einer Wiese als einem Beet gleicht. Aber da der Frühling früh dran ist, ist ja noch Zeit. Die Gartensaison hat schließlich erst begonnen ...

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