Auftakt: Fotos von Dagmar Lücke Intervision-Studio feiert Jubiläum

Erste Ausstellung im Jubiläumsjahr von Intervision: Fotografien von Dagmar Lücke (links), rechts Galeristin Sonia Wohlfarth Steinert. Foto: Michael GründelErste Ausstellung im Jubiläumsjahr von Intervision: Fotografien von Dagmar Lücke (links), rechts Galeristin Sonia Wohlfarth Steinert. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Seit zehn Jahren existiert mittlerweile das Intervision-Studio an der Lohstraße als temporäre Galerie für Fotografie und angrenzende Richtungen. Zum runden Jubiläum präsentiert Galeristin Sonia Wohlfarth Steinert in diesem Jahr eine vierteilige Ausstellungsserie. Den Auftakt bildet die „Bilderwildnis“ von Dagmar Lücke.

„Gehen Sie einfach mit offenen Augen in die Ausstellung“, scheint die Fotografin Dagmar Lücke signalisieren zu wollen. Und: „Versuchen Sie, meine Motivation, meinen Blickwinkel nachzuvollziehen.“

Die Suche nach einem roten Faden – sinnlos. Stilistische Landmarken – nicht vorhanden. Darum „Bilderwildnis“. Dagmar Lücke empfindet sich als Sammlerin und Jägerin.

Mit kritischem Blick geht sie durch die Welt, die Kamera griffbereit. Dann fällt ihr auf einem Flohmarkt ein Stand auf, an dem ein Hund angekettet ist.

„Der konnte sich kaum bewegen, wie ein Ausstellungsstück“, regt sich die Osnabrücker Künstlerin auf. Genauso, wie es sie stört, dass sie in Warenhäusern von grimmig schauenden Schaufensterpuppen fixiert wird. Und spricht von „Kaufimperativ“.

Damit ihre Intention in den Fotografien adäquat zum Ausdruck kommt, scheut sie vor der Bearbeitung ihrer Aufnahmen am PC nicht zurück. Lücke ist keine Puristin.

Mal eliminiert sie Farben, wenn sie den „Tod einer Babyratte“ dokumentieren will. Oder sie schaltet ihre Fotografie mit ausrangierten Gehhilfen auf einem Schrottplatz auf Schwarz-Weiß und hebt die Motive im Fokus mit schrillen Regenbogenfarben hervor.

In fünf inhaltliche Abteilungen ist die Ausstellung eingeteilt: Bilder aus ihrem eigenen Zuhause nennt Lücke „Home Stories“, mit „Garden Mysteries“ begibt sie sich nach draußen, um Werden und Vergehen in der Natur zu fotografieren.

Für „Foreign Impressions“ entstanden Reisebilder, wie der beeindruckende Snapshot von einer verlorenen Verkaufsbude mit Kundschaft in Burka vor den riesigen Öltanks einer Raffinerie in einem Land im Nahen Osten.

Dahingemeuchelte Zimmerpflanzen und die Rinderhufe in der Auslage eines exotischen Lebensmittelhändlers zeigt Dagmar Lücke unter dem Titel „Stories of Agony and Death“. Und ihre Kritik an einer konsumorientierten Gesellschaft bündelt sie künstlerisch unter dem Stichwort „Capitalism Blues“.

Angereichert wird die Ausstellung mit Fotobüchern, die ganz spezielle Ansichten von Osnabrück zeigen. Wer hat schon mal realisiert, dass von der Iburger Straße aus die Spitze des Iduna-Hochhauses zu sehen ist?

Intervision-Studio, Lohstraße 58: „Bilderwildnis“. Fotografien von Dagmar Lücke. 7. März (Eröffnung um 19 Uhr) bis 22. März, Mittwoch bis Freitag 16–18 Uhr, Samstag 12–14 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 0173/ 7496344.


0 Kommentare