Absagen vom Gymnasium Schulwechsel für Osnabrücker Realschüler schwierig

Für etliche wechselwillige Realschüler könnte die Tür zum Gymnasium verschlossen bleiben, weil es nicht genug Plätze gibt. Symbolfoto: dpaFür etliche wechselwillige Realschüler könnte die Tür zum Gymnasium verschlossen bleiben, weil es nicht genug Plätze gibt. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Dieser Tage bekommen die Realschüler, die nach der zehnten Klasse auf ein Gymnasium wechseln wollen, von den Schulen ihrer Wahl Post. Der Andrang ist groß und nach vorläufigem Stand der Dinge können viele Wechselwünsche nicht berücksichtigt werden.

„Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass die Zahl der Anmeldungen an unserem Gymnasium für die Jahrgangsstufe 10 im Schuljahr 2014/2015 so groß ist, dass ich Ihnen keine Zusage für die Aufnahme geben kann.“ Etwa 50 Absagen dieser Art hat Hartmut Bruns, Leiter des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums (EMA), in den vergangenen Tagen an enttäuschte Schüler und ihre Eltern verschickt.

Die Begründung für die Absage lieferte Bruns denn auch gleich mit: „Ein Antrag bei der Stadt Osnabrück, noch zumindest eine weitere Klasse bilden zu dürfen, um leistungsbewussten und motivierten jungen Menschen die Chance zu geben, das Abitur anzustreben, wurde aus Kosten- und Kapazitätsgründen abgelehnt. Für die Aufstellung von Mobilklassen stehe nach Aussage des Schulträgers kein Geld zur Verfügung.“ Neben dem EMA richtet auch das Graf-Stauffenberg-Gmynasium (GSG) spezielle Klassen für Realschüler ein. Aber auch Bruns Kollege am GSG, Josef Krotzek, musste bereits etliche Absagen verschicken. 120 Anmeldungen hätten seine Schule erreicht. Das GSG verfügt zwar über größere Kapazitäten und wird laut Krotzek aller Voraussicht nach drei Real-Klassen einrichten, musste aber trotzdem etwa 50 negative Bescheide verschicken.

An der Angelaschule werden in einer Real-Klasse etwa 20 Schüler unterkommen. In der Regel kommen die Neuzugänge von der gegenüberliegenden Thomas-Morus-Schule aber auch von der Domschule und aus den nördlichen Kommunen jenseits der Stadtgrenze.

Begrenzte Aufnahmen von Realschülern gibt es auch an den anderen Osnabrücker Gymnasien. Das Gymnasium in der Wüste zum Beispiel wird etwa 15 Schüler von Realschulen in seinen gymnasialen Betrieb integrieren. Damit seien die Möglichkeiten seiner Schule erschöpft, sagt der stellvertretende Schulleiter, Reinhardt Fulge. Dass Realschülern wegen begrenzter Kapazitäten möglicherweise ein Wechsel verwehrt bleibt, sieht Fulge mit Blick auf die städtischen Akteure kritisch: „Dass die angestrebte Durchlässigkeit des Schulsystems auf der einen Seite so verhindert wird, auf der anderen Seite aber mit dem Argument der Durchlässigkeit eine neue Gesamtschule gefordert wird, ist ein Witz.“

Noch steht nicht fest, wie groß die Zahl der Wechsler tatsächlich sein wird. Nicht jeder wird den erweiterten Sek1-Abschluss schaffen, mancher wird vielleicht doch eine Lehre machen oder zu einem Fachgymnasium wechseln. Dafür werden sich allerdings andere doch noch für den Gang zum Gymnasium entscheiden.


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