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Unfall am Johannistorwall 20-jähriger Radfahrer stirbt in Osnabrück nach Unfall mit Lkw


Osnabrück. Am Dienstagnachmittag ist ein 20-jähriger Radfahrer in Osnabrück von einem Lkw überrollt und tödlich verletzt worden. Der 42-jährige Lkw-Fahrer erlitt einen schweren Schock. Er befindet sich in stationärer Behandlung.

Von Jörg Sanders und Sebastian Philipp

Nach den Erkenntnissen der Polizei befuhr der Lkw-Fahrer gegen 13.50 Uhr den Johannistorwall in Richtung Bahnhof. Neben ihm befand sich der Radfahrer. „Beim Abbiegevorgang in die Kommenderiestraße hat der Lkw den Radfahrer erfasst“, schildert Georg Linke, Sprecher der Polizei Osnabrück, den Unfallhergang. Der Radfahrer stürzte und geriet unter den Lkw. Ein Rettungswagen brachte den 20-Jährigen ins Krankenhaus. „Dort ist er seinen Verletzungen erlegen“, sagt Linke. Die Polizei sicherte Fahrrad und Lkw und vermaß die Unfallstelle. Durch die Sperrung der Straße kam es zu Verkehrsbehinderungen auf dem Wall.

Die Stadt brachte im Dezember des vergangenen Jahres an der Kreuzung einen gewölbten Spiegel speziell für Lkw- und Busfahrer an. Der Spiegel an der Ampelanlage soll für sie den toten Winkel verringern. Warum es trotz der Maßnahme zum Unfall kam, ist unklar.

Nicht der erste Unfall dort

Es ist nicht der erste tödliche Unfall an der Kreuzung. Im Januar 2009 starb dort ein 59-jähriger Radfahrer, als er unter einen abbiegenden Lkw geriet. Bei einem vergleichbaren Unfall erlitt ein 41-jähriger Radfahrer im Februar 2011 an derselben Stelle schwere Verletzungen. Zuletzt, am 24. Februar dieses Jahres, stürzte dort ein Radfahrer nach einer Vollbremsung, nachdem ihm ein Autofahrer beim Abbiegen in die Kommenderiestraße die Vorfahrt genommen hatte.

Insgesamt starben in den vergangenen zehn Jahren acht Radfahrer auf Osnabrücks Straßen – sieben davon bei Unfällen mit Lkw.

Keine hundertprozentige Sicherheit

„Das Problem ist, dass Lkw-Fahrer einen extrem großen toten Winkel haben“, sagt Uwe Schmidt, 1. Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Osnabrück (ADFC). Mithilfe des gewölbten Spiegels hätte der Fahrer aber große Teile des toten Winkels einsehen können, glaubt er. Daher kann er sich nicht erklären, wie es zu dem Unfall kam. „Das ist eine gute Frage“, sagt Schmidt. Er fordert, technische Hilfsmittel wie radarunterstützte Abbiegeassistenten für Lkw-Fahrer gesetzlich vorzuschreiben. Sie könnten ihnen ein akustisches Warnsignal geben oder den Lkw automatisch stoppen. „Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es aber nicht“, sagt Schmidt.


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