„Haufen sucht Herrchen“ Fähnchen gegen den Hundekot in Osnabrück

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Mit kleinen Fähnchen haben Unbekannte Hundehaufen an der Jahnstraße markiert. Foto: Stefanie HiekmannMit kleinen Fähnchen haben Unbekannte Hundehaufen an der Jahnstraße markiert. Foto: Stefanie Hiekmann

Osnabrück. Es ist schlicht ekelig, was in so manchen Parks und auf Grünflächen rumliegt: Hundehaufen neben Hundehaufen. Unbekannte Osnabrücker haben den Tretminen jetzt den Kampf angesagt: Sie markieren die Kothaufen mit Fähnchen: „Haufen sucht Herrchen“.

Sie stinken, sie sind leicht zu übersehen und wenn genau das passiert, sind sie schlecht wieder aus den Profilen der Schuhsohlen herauszubekommen: Hundehaufen. Keine Grünanlage in der Stadt, in der sich nicht die Hinterlassenschaften der großen und kleinen Vierbeiner sammeln. Auch vor Kinderspielplätzen machen die Hunde nicht halt. Wie auch. Sie wissen es ja nicht besser.

Das Problem findet sich am anderen Ende der Leine. Wenn Herrchen oder Frauchen dem, was am Ende herauskommt, gleichgültig gegenüberstehen, kann der Hund sich auch nicht an die Regeln halten. Bußgeld und Behälter mit Kotbeuteln wirft die Stadt als Gegenmittel im Kampf um die Verkotung ins Rennen. Aber um Bußgelder – immerhin 30 Euro – verteilen zu können, müssen die Übeltäter in flagranti erwischt werden. „Das kommt praktisch nicht vor“, weiß Sven Jürgensen, Sprecher der Stadt. Die Beutelnutzung ist abhängig vom guten Willen der Hundebesitzer. Hier zeigt sich offensichtlich ein wenig Licht am Ende des Tunnels. 135 Stationen mit Kotbeuteln gibt es in Osnabrück. Weitere sollen laut Jürgensen noch in der ersten Jahreshälfte aufgestellt werden. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Akzeptanz zumindest im Umfeld der Stationen groß ist“, sagt Jürgensen. Gleichzeitig räumt er ein, dass die Nutzung insgesamt besser sein könnte.

Aktivisten versuchen es jetzt mit einer großzügigen Prise Humor: Sie stecken kleine Fähnchen in die Haufen. Sinnsprüche auf den kleinen Papierhinweisen wie „Haufen sucht Herrchen“ sollen an Hundebesitzer appellieren, den Dreck ihrer haarigen Begleiter aufzusammeln und ordnungsgemäß zu entsorgen. Gleichzeitig dienen die Fähnchen als Warnung für Passanten vor vermintem Gelände.

Die Idee stammt aus Berlin. Eine Internetseite machte die Aktion im Netz bekannt. Allerdings scheint es in Berlin ruhiger geworden zu sein. Die letzten Aktualisierung der Seite ist fast fünf Jahre alt.


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