Ausgeschwärmt, Teil 1 Ein Osnabrücker macht Karriere bei Google

Florian Niemann ist in der Schweiz gelandet. Der Osnabrücker arbeitet für den Suchmaschinen-Riesen Google. Foto: privatFlorian Niemann ist in der Schweiz gelandet. Der Osnabrücker arbeitet für den Suchmaschinen-Riesen Google. Foto: privat

Osnabrück/ Zürich. Ausgeschwärmt: In einer Serie stellen wir sechs Menschen aus der Region Osnabrück-Emsland vor, die im Ausland Karriere gemacht haben. Etwa der Osnabrücker Florian Niemann: Beim IT-Giganten Google ist er seinen Weg von der Hochschule Osnabrück über Dublin und London bis nach Zürich gegangen.

Wer bei der Internet-Suchmaschine Google das Wort „Glück“ eingibt, bekommt mehr als 157 Millionen Ergebnisse ausgespuckt. Für Florian Niemann führte der Weg zum Glück in gewisser Weise auch über die Suchmaschine: Der gebürtige Osnabrücker arbeitet seit sieben Jahren beim amerikanischen IT-Riesen - und hat seinen Weg über Dublin und London bis nach Zürich gefunden.

„Wenn man mit den Kollegen Mittagspausen und Feierabende verbringen kann und dort über Dinge spricht, die über das Berufliche hinausgehen, wird die Arbeit fast nebensächlich“, sagt Niemann. Die Atmosphäre, das Miteinander und die Arbeitsbedingungen sind für ihn die Hauptgründe, warum er sich bei Google wohlfühlt. Dabei war nicht immer absehbar, dass der heute 32-Jährige einmal bei einem Big Player des internationalen Geschäfts im IT-Bereich landen würde. „Meine Schulzeit plus Abitur hat jedenfalls nicht viel dazu beigetragen“, schmunzelt Niemann. Nicht jeder, der gut in Mathe sei, arbeite später ja auch unbedingt als Finanzberater.

An der Hochschule Osnabrück studierte er nach dem Abitur zunächst Medieninformatik, machte erste Erfahrungen mit der Programmierung von Webseiten. Schon damals mussten die Studierenden in der zweiten Hälfte ihres Studiums ein Praktikum absolvieren - Niemanns Traum mit einer Stelle in den USA ließ sich nicht verwirklichen, auch eine Bewerbung bei Google in Hamburg brachte keinen Erfolg. „Plötzlich bekam ich doch eine Rückmeldung - für eine Praktikumsstelle in Dublin“, erinnert sich der im Osnabrücker Stadtteil Wüste Aufgewachsene.

Der Wechsel aus der Friedensstadt nach Dublin erwies sich für Niemann letztlich als Glücksfall. „Das Arbeitsumfeld, die Aufgaben, die Kollegen - bei Google ist mir schnell klar geworden, wo ich beruflich landen möchte.“ Sein Studium beendete er quasi nebenher und fand sich schon ein Jahr später in London wieder. Ein größeres Team, neue Aufgaben - und das in einer der großen Weltmetropolen: Niemanns Karriere bei Google nahm Fahrt auf, in seinen Fokus rückten mehr und mehr die Entwicklung von Projekten wie „Google Kontakte“ oder „Google Kalender“.

Vor etwa drei Jahren entschied sich Niemann zum Wechsel in die Züricher Dependance des US-Riesen. Dafür sprach nicht nur, dass seine bisherigen Projekte an einen anderen Google-Standort verlegt wurde, sondern auch und vor allem die Schwangerschaft seiner Frau Nadja, die mit ihrem Mann Florian bereits in Osnabrück, Dublin und London lebte. „Zürich ist etwas ruhiger als London und aus meiner Sicht besser geeignet, um Kinder aufzuziehen. Im Rückblick war das die beste Entscheidung, die wir fällen konnten“, so Niemann über die Entscheidung zur Rückkehr auf den Kontinent.

In Niemanns E-Mail-Signatur steht heute die Berufsbezeichnung „Software Engineer“. Mit genauen Arbeitsinhalten hält sich das amerikanische Unternehmen traditionell zurück, doch der Schwerpunkt des Osnabrückers liegt bei der Video-Plattform YouTube, die Google vor einigen Jahren aufkaufte: Grob gesagt, sorgt er gemeinsam mit seinem Team dafür, dass innerhalb der Plattform Werbeinhalte einlaufen. Einfacher gesagt, als getan - und technisch umgesetzt: „Der Job ist fordernd und technisch anspruchsvoll - aber einen Grund, etwas anderes zu tun, gibt es für mich nicht“, sagt Niemann. Eine Art zweite Muttersprache ist mittlerweile das Englische. Kein Wunder, denn in der multinationalen Mitarbeiterschaft ist das die tägliche Arbeitssprache.

Er schwärmt von den Arbeitsbedingungen und von der Kollegialität im Unternehmen: „Wir gehen auch nach Feierabend zusammen essen oder ein Bier trinken. Der Job spielt in den Gesprächen aber nur selten eine Rolle - wir verstehen uns eben über das Berufliche hinaus auch sehr gut.“ Das Glück muss Florian Niemann also nicht mehr suchen - er hat es bei Google bereits gefunden.

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