Osnabrück zieht Fazit nach Umbau Mehr Unfälle mit Radlern auf der Lotter Straße

Mit dem Rad auf dem Gehweg, und dann noch in der falschen Richtung: Das ist unfallträchtig. Foto: Michael GründelMit dem Rad auf dem Gehweg, und dann noch in der falschen Richtung: Das ist unfallträchtig. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Nach dem Umbau der Lotter Straße registriert die Polizei zwar insgesamt weniger Unfälle, auf dem Abschnitt mit der schmaleren Fahrbahn kracht es dagegen häufiger. In vielen Fällen, weil Radler auf dem Bürgersteig fahren, oft in der falschen Richtung.

„Da es bei den Unfällen lediglich leichte Personenschäden gegeben hat, müssen die Unfallfolgen noch nicht als gravierend betrachtet werden“, heißt es in einer Vorlage für den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt, mit der eine Anfrage der FDP-Fraktion beantwortet wird. Dennoch ist die Entwicklung auffällig. Der Abschnitt zwischen Moltkestraße und Adolfstraße war in den Jahren 2007 und 2008 „noch eher unkritisch“, wie der Fachbereich Bürger und Ordnung in dem Schreiben anmerkt. Nach dem Umbau, der im November 2010 zu Ende ging, registrierte die Polizei jedes Jahr sieben bis neun Unfälle.

Abgesehen von Autos, die parkende Fahrzeuge streifen oder Lastwagen, die an Ampelmasten hängen bleiben, richten die Statistiker ihren Blick auf die Radfahrer. Sie waren im vergangenen Jahr allein auf diesem kurzen Straßenabschnitt an vier von neun Unfällen beteiligt, und zwar als Verursacher, wie der Bericht der Polizei vermerkt. Ein ähnliches Bild ergibt sich an der Einmündung zur Arndtstraße, wo Radlern ebenfalls die Verantwortung für das Unfallgeschehen zugeschrieben wird. Vor allem, weil sie „verkehrswidrig“ über den Gehweg fahren. Es kracht dann meist an den Einmündungen, weil Autofahrer nicht mit den Velos rechnen, schon gar nicht in der falschen Richtung. Immer wieder bekommen aber auch Fußgänger auf schmerzhafte Weise ein Vorderrad oder einen Lenker zu spüren. Allerdings werden solche Unfälle oft gar nicht angezeigt.

Die Verkehrsplaner wissen, warum es auf der Lotter Straße zu einer Häufung von Unfällen mit Fahrradbeteiligung kommt. „Dieses Fehlverhalten wird darauf zurückzuführen sein, dass Radfahrer vermehrt auf den Gehweg ausweichen, weil sie sich auf der Fahrbahn nicht ausreichend sicher fühlen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Als die Lotter Straße 2009 und 2010 umgebaut wurde, drängten die Geschäftsleute die Stadt, breitere Gehwege für die flanierende Kundschaft anzulegen. Das enge Straßenprofil zwang jedoch zu Abstrichen an anderer Stelle, und so wurden die ursprünglich vorgesehenen Radwege geopfert. Seitdem fühlen sich viele Radler von den Autos bedrängt. Die Stadt rät ihnen, die parallel verlaufende Fahrradstraße (Katharinenstraße/Augustenburger) Straße zu benutzen, aber das widerstrebt denen, die an der Lotter Straße etwas zu erledigen haben.

Gemeinsam mit der Polizei will die Stadt Osnabrück die Situation beobachten und gegebenenfalls „mit geeigneten Maßnahmen reagieren“, wie es in der Vorlage für den Stadtentwicklungsausschuss heißt. In dem Papier wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Verkehrssituation an der Lotter Straße nicht als kritisch angesehen wird. Der Abschnitt zwischen Hans-Calmeyer-Platz und Lieneschweg sei nach dem Umbau deutlich sicherer geworden. Und die Einmündung an der Arndtstraße habe es zwar einige vergleichsweise harmlose Unfälle gegeben, allerdings keinen Schulwegunfall und keinen Unfall mit Kindern. Dennoch gebe es an dieser Stelle noch Verbesserungsbedarf bei der Schulwegsituation.


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