Musical „I love you“ im Haus der Jugend Der glatte Beziehungswahnsinn


Osnabrück. In diesem Musical geht es nur um eines - die Liebe. Absolventen vom Osnabrücker Institut für Musik spielen „I love you“ im Haus der Jugend.

Osnabrück. Das Alltägliche ist schon wahnsinnig genug – vor allem, wenn es um zwischenmenschliche Dinge wie Lebensabschnittsbegleitung, Freundschaft, Ehe und Beziehung geht. Aber es macht auch jede Menge Spaß. Zumindest, wenn es mit so viel Vergnügen auf die Bühne gebracht wird, wie es Absolventen des Fachbereichs Musical am Osnabrücker Institut für Musik mit dem Musical „I love you, you’re perfect now change“ im Haus der Jugend tun.

Kleine Szenen vom Kennenlernen über Hochzeit und Ehe, Trennung bis hin zu Beziehungen im Schatten von Kindern stehen in dem Stück im Mittelpunkt, haben wenig oder nichts miteinander zu tun und spannen doch einen Bogen über die wichtigste Nebensache der Welt. In knapp zwei Stunden sieht das Publikum so etwa den angeberischen Fan von aerodynamischen Fluggeräten wie auch seine Flamme, die nur heimlich eingesteht „Ich lüge“, wenn sie auf seine Avancen schwärmerische reagiert, das junge Paar, das mit Freunden nach der Geburt des ersten Kindes nur noch in Babysprache kommunizieren kann, oder ein Ehepaar nebst Nachwuchs im Auto, kurz vor dem Schritt zum ernsthaften Familiendrama. So aus dem Leben gegriffen sind die Szenen, dass auch das Publikum über das angesammelte Panoptikum an Skurrilitäten hinwegsieht und bald herzhaft Tränen lacht.

Etwa ein Dutzend derartige Szenen präsentieren Hannah Noack, Elena Otten, Christian Bindert und Marcel Kaiser in ihrer öffentlich gemachten Abschlussarbeit und haben sichtlich Spaß an der Verwandlung, an den Typen, die sie darstellen, und an den Blüten des Beziehungswahnsinns. Natürlich können alle vier singen, tanzen und spielen, legen ihren Schwerpunkt in der Darstellung vielleicht ein bisschen zu stark auf Klamotte, denn auch leisere Töne würde der Abend vermutlich noch vertragen. Doch auch in der jetzigen Interpretation macht er einfach viel Spaß und viel Laune.

Die Musicaldarsteller kommen mit wenigen Versatzstücken Requisite aus, sie spielen ihre Typen mit wechselnden Klamotten und in rasantem Tempo. Unauffällig werden sie dabei am Klavier von Christian Müller begleitet, der den Protagonisten viel Raum für ihre Show lässt und doch in den immer wieder vorhandenen kurzen Pausen durch seine charmante Fingerfertigkeit auf sich aufmerksam macht.


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