Entwicklungshilfe in Westafrika Babys im Senegal tragen Namen von Osnabrückern

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Osnabrück. Mit lauter Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln reiste Helmut Buschmeyer vor etwa zwei Wochen nach Westafrika, wo der ehemalige Kreisfußballfunktionär ein Krankenhaus unterstützt. Mit einem Sack voller Geschichten und positiver Erinnerungen ist er nun wieder in seine Heimat zurückgekehrt. Seine wichtigste Erkenntnis: Die Hilfe zur Selbsthilfe funktioniert.

Mehrere Male hat Buschmeyer seit 2008 den Senegal besucht. Er ist überwältigt von der Gastfreundlichkeit und Lebensfreude der Menschen dort, auch wenn er bei seinen Reisen sieht, dass in dem Land einiges im Argen liegt. Damit sich die Situation der Menschen in der Stadt Kaolack bessert, ist Buschmeyer aktiv geworden.

Mit zahlreichen Sachspenden und Geld hat der frühere Vorsitzende im Niedersächsischen Fußball-Verband (Kreis Osnabrück-Land) zum Beispiel geholfen, ein Krankenhaus in der Stadt aufzubauen. 15000 Euro hat er dafür gesammelt. Hauptanlass der diesjährigen Reise war die Einweihung einer Abteilung für Kinderheilkunde des Mutter-Kind-Heims in Bambey, etwa 50 Kilometer von der Regionalhauptstadt Kaolack (200000 Einwohner) entfernt. Der Minister für Umwelt und nachhaltige Entwicklung, Mor Ngom, war ebenfalls angereist. Nicht aber Buschmeyers Frau Annemarie, die kurz vor Reiseantritt erkrankte. Dafür trägt das Mutter-Kind-Heim nun ihren Namen.

Eine Nebenstation des Krankenhauses Anna Maria im 21 Kilometer entfernten Walo trägt übrigens den Namen der Wallenhorsterin Anni Kock, die ebenfalls die Menschen im Senegal unterstützt. Einen Tag vor Buschmeyers Besuch wurden dort ein Zwillingspaar (zwei Mädchen) und ein weiteres Mädchen zur Welt gebracht. Sie erhielten spontan die Namen Anna und Maria, das Einzelkind den Namen Anni Kock. „Jeder will dort etwas mit Deutschland zu tun haben“, sagt Helmut Buschmeyer schmunzelnd und fügt ernst hinzu: „Jeder ist durch unsere Hilfe motiviert.“

Natürlich hat Buschmeyer auch seine Sportfreunde vom ASC Marine Bongrè-Kaolack besucht. Dort wurde mit seiner Hilfe und der Unterstützung der Egidius-Braun-Stiftung das Deutsche Senegalhaus errichtet, wo Jugendarbeit betrieben wird. Neben Fußball gibt es Unterricht in Sachen Umwelt, Gesundheit oder Behindertenbetreuung.

Beim Friseur war Buschmeyer in Kaolack übrigens auch. Und zwar im Salon „Helmut“. Der wird von einer jungen Frau geführt, die im Rollstuhl sitzt und Analphabetin ist, also weder lesen noch schreiben kann. Buschmeyer griff ihr vor ein paar Jahren unter die Arme. Jetzt hat sie drei Mitarbeiterinnen und will demnächst ein Internet-Café eröffnen.

Helmut Buschmeyer hat Osnabrück im Senegal bekannt gemacht. So könnte es sein, dass Oberbürgermeister Wolfgang Griesert demnächst offiziellen Besuch aus Westafrika bekommt. Sein Amtsbruder Falou Sylla aus der senegalesischen Küstenstadt M’bour weilt in Kürze in Brüssel. Dann will er dem Vernehmen nach einen Abstecher in die Friedensstadt machen und die Menschen treffen, die seine Heimat so tatkräftig unterstützen.


Deutschland und Senegal verbinden gute politische Beziehungen. Eine langjährige entwicklungspolitische Zusammenarbeit bildet dafür die Grundlage. Der Handelsaustausch zwischen Deutschland und Senegal ist vergleichsweise gering. Die wichtigsten Ausfuhrgüter nach Deutschland sind Fischprodukte und Gemüse. Senegal importiert aus Deutschland Maschinen, chemische Erzeugnisse und Kraftfahrzeuge. Die Republik Senegal zeichnet sich durch rechtsstaatliche und demokratische Strukturen aus. Seit April 2012 ist Macky Sall Präsident des Senegal. Die senegalesische Kultur wird gleichermaßen von afrikanischen Traditionen und vom Islam geprägt.

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